Sie sind in: Startseite Aktuelles Kurioses "Dr. Google" verunsichert Patienten

Aktuelles

Junge blonde Frau, ca. 20, am Tisch sitzend, schaut skeptisch in Laptop, Kopf aufgestützt

Oft ist es schwer, medizinische Informationen aus dem Internet richtig zu bewerten.
© Monkey Business - Fotolia

Fr. 08. Mai 2015

Cyberchondrie: "Dr. Google" zur Selbstdiagnose schlecht geeignet

Nicht alle, die krank sind oder Beschwerden haben, wollen gleich zum Arzt. Viele schauen lieber erst einmal im Internet bei "Dr. Google" nach, was ihnen denn fehlen könnte. Wissenschaftler warnen jedoch, dass die Ergebnisse von Suchmaschinen oft irreführend seien und dadurch bisweilen mehr schaden als nützen. Das könne bis zur sogenannten Cyberchondrie führen.

Anzeige

Im Durchschnitt waren nur drei der ersten zehn Suchergebnisse für eine Selbstdiagnose hilfreich, wie das Forscherteam aus Australien und Österreich feststellte. Irrelevante Informationen könnten zu einer falschen Selbstdiagnose und letztlich auch Selbstbehandlung führen. Das sei nicht ungefährlich, so Dr. Guido Zuccon von der Queensland University of Technology. Die Forscher hatten Studienteilnehmern Bilder von Menschen mit Gelbsucht, Haarausfall und Schuppenflechte gezeigt. Anschließend untersuchten sie, ob die Teilnehmer anhand der Symptome, die sie in Suchmaschinen eingaben, zur richtigen Diagnose kamen. Unter den Suchbegriffen, die für Gelbsucht eingegeben wurden, waren zum Beispiel "gelbe Augen", "Augenkrankheit" oder "weißer Teil des Auges ist grün".

Eine immer weiter führende Suche im Netz könne die Sorge um die eigene Gesundheit extrem steigern, so die Forscher. Dafür existiert der Begriff "Cyperchondrie", der von Hypochondrie abgeleitet ist, der übertriebenen Angst, krank zu sein. "Wer zum Beispiel die Symptome einer starken Erkältung eingibt, kann am Ende glauben, er habe eine gefährliche Gehirnkrankheit", verdeutlicht Zuccon. Dies liege zum Teil daran, mit welcher persönlichen Voreinstellung der Internet-Nutzer an die Suche herangeht, aber auch damit, wie Suchmaschinen Ergebnisse gewichten. So seien etwa Seiten über Hirntumore populärer als Seiten über Grippe und würden daher von den Suchmaschinen bevorzugt angezeigt. Die Forscher betonen, dass Suchmaschinen eine Fülle an Informationen liefern, von denen viele gut geeignet sind, um sich über schon bekannte Krankheiten zu informieren. Von einer Selbstdiagnose via Internet raten sie jedoch ab.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Kurioses

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Einkäufe verraten die Persönlichkeit

Introvertiert oder materialistisch? Die Kreditkarte weiß es.

Neues Superfood: So gesund sind Insekten

Im Handel erhältliche essbare Insekten enthalten viele Antioxidantien.

Frühgeborene haben seltener Beziehungen

Der Zeitpunkt der Geburt hat offenbar Einfluss auf das Liebesleben im Erwachsenenalter.

Autounfall für Frauen riskanter

Trotz Sicherheitsgurt haben Frauen ein größeres Risiko für schwere Verletzungen.

Warum Sex mit dem Alter abnimmt

Gesundheitliche Probleme sind nicht der einzige Grund, wie eine Umfrage zeigt.

Auch Haustiere können Blut spenden

Die meisten Tierbesitzer wissen nicht, dass auch Hunde und Katzen Blut spenden können.

Studenten nehmen im ersten Jahr an der Uni zu

Mehr Fast Food und Alkohol: Im ersten Studienjahr steigt der BMI oft an.

Warum Mücken auf Menschen fliegen

Forscher haben untersucht, warum viele Mücken fast ausschließlich Menschen stechen.

Antibiotika schwächen die Virenabwehr

Grippeviren haben ein leichtes Spiel, wenn Patienten zuvor Antibiotika eingenommen haben.

Ein Bakterium senkt das Herz-Risiko

Ein Darmbakterium hemmt den Anstieg mehrerer Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Nahtoderfahrungen häufiger als gedacht

Einer von zehn Personen berichtet von Erfahrungen an der Grenze zwischen Leben und Tod.

Hand-Prothesen aus dem 3D-Drucker?

Forscher haben eine Alternative zu üblichen Prothesen entwickelt.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen