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Ein Arzt sitzt einem älteren Patienten gegenüber und misst seinen Blutdruck.

Wer unter Bluthochdruck leidet, muss in vielen Fällen mit Medikamenten gegensteuern.
© Kurhan - Fotolia

Mi. 27. Mai 2015

Forscher tüfteln an Impfung gegen Bluthochdruck

Regelmäßiges Pillenschlucken gehört für viele Bluthochdruck-Patienten zum Alltag. Das könnte sich bald ändern: Forscher arbeiten schon länger an einer Impfung, die den Blutdruck dauerhaft senken soll. Aus Japan kommt jetzt ein Ansatz, der vielversprechend scheint.

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Konkret geht es dabei um eine Impfung die sich gegen ein Hormon richtet, das für die Blutdruckregulierung eine wichtige Rolle spielt: Angiotensin II. Es verengt die Gefäße und erhöht so den Blutdruck. Durch die Impfung produziert das Immunsystem nun Antikörper gegen dieses Hormon. Die Wissenschaftler um Professor Hironori Nakagami von der Osaka Universität in Japan hatten die genetische Impfung an Ratten mit Bluthochdruck getestet. In der Folge sank der Blutdruck bei den Tieren über sechs Monate ab und Gewebeschäden an Herz und Blutgefäßen fielen geringer aus als bei Tieren, die nicht geimpft worden waren. Das berichten die Forscher online in der Fachzeitschrift Hypertension. Auf Leber und Niere hatte der neue Impfstoff keine negativen Auswirkungen. In ihrer Wirkung sei die Impfung mit weit verbreiteten blutdrucksenkenden Arzneimitteln, sogenannten ACE-Hemmern, vergleichbar.

Weitere Forschungsarbeiten, die sich vor allem damit beschäftigten müssten, die Dauer der blutdrucksenkenden Wirkung zu verlängern, seien jetzt nötig. Letztlich könne dies zu einer neuen Therapie-Option für Bluthochdruck-Patienten führen und damit zu einer einfachen und günstigen Alternative zum täglichen Pillenschlucken, so die Hoffnung der Forscher. Gerade die regelmäßige Einnahme von blutdrucksenkenden Medikamenten sei oft eine Hürde. Die Idee einer Impfung ist in dieser Hinsicht nicht ganz neu. Frühere Ansätze hätten jedoch kürzer gewirkt oder unerwünschte Nebenwirkungen gehabt, so die Forscher.

HH

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