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Schon leichter Stress beeinflusst unsere Selbstkontrolle.

Apfel oder Kuchen? Schon leichter Stress kann diese Entscheidung beeinflussen.
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Fr. 07. August 2015

Schon leichter Stress mindert die Selbstkontrolle

Bereits ein kleiner Streit mit Kollegen oder ein anstrengendes Telefonat reichen aus, um nicht mehr Herr seiner Sinne zu sein. Das zeigt eine Studie der Universität Zürich, bei der Forscher untersucht haben, wie Stress unser Gehirn bei Entscheidungen beeinflusst.

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Entscheiden wir uns für einen Apfel oder ein Stück Kuchen zum Nachtisch? Eine anstrengende Sitzung am Morgen kann diese Entscheidung beeinflussen. Neuroökonomen der Universität Zürich zeigen in einer neuen Studie, wie Stress das Gehirn dazu bringen kann, die Selbstkontrolle zu mindern, wenn es mit einer Wahl konfrontiert wird. Dafür wurden 29 Personen leichtem Stress ausgesetzt: Ein Teil der Studienteilnehmer musste eine Hand drei Minuten lang in Eiswasser tauchen. Nach dieser Behandlung hatten sie die Wahl zwischen jeweils zwei Speisen: Etwas Schmackhaftem, aber Ungesundem, oder etwas, das zwar gesund, aber weniger schmackhaft war. Alle Teilnehmer hatten vorgängig angegeben, dass sie einen gesunden Lebensstil führten – etwa indem sie sich ausgewogen ernährten und Sport trieben.

Die Personen, die ihre Hand in Eiswasser tauchen mussten, wählten mit größerer Wahrscheinlichkeit eine ungesunde Speise aus als jene ohne Eisbadbehandlung. Die Auswirkungen des Stress' waren auch im Gehirn sichtbar, wie die Wissenschaftler mithilfe von bildgebender funktioneller Magnetresonanz-Tomographie (FMRT) belegten. Zwischen den Hirnregionen, die für die Ausübung von Selbstkontrolle für die Entscheidungsfindung wichtig sind, zeigten sich bei den gestressten Teilnehmern veränderte Verbindungsmuster. "Unsere Erkenntnisse sind ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Interaktionen zwischen Stress und Selbstkontrolle im menschlichen Gehirn. Klar ist, dass sich Stress über mehrere Wege im Gehirn auswirkt", sagt Hauptautorin Silvia Maier vom Labor zur Erforschung Sozialer und Neuronaler Systeme der Universität Zürich.

Die Studie weist laut der Forschenden darauf hin, dass schon leichter Stress die Selbstkontrolle beeinträchtigen kann. "Dies ist eine wertvolle Erkenntnis, da moderate Stressfaktoren häufiger sind als extreme Ereignisse und daher die Selbstkontrolle häufiger und bei einem größeren Teil der Bevölkerung beeinflussen", bilanziert Todd Hare, Professor für Neuroökonomie am Institut für Volkswirtschaftslehre der Universität Zürich. Da die Studienteilnehmer den Stress ganz unterschiedlich empfunden haben, müsse laut Hare zudem untersucht werden, warum einige Menschen widerstandsfähiger gegen Stress sind als andere.

NK

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