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Unsere Vorfahren haben genauso lange geschlafen, wie wir es heutzutage tun.

Das moderne und hektische Leben hat unseren Schlaf entgegen aller Annahmen nicht verkürzt.
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Steinzeit-Studie widerlegt Mythos vom modernen Schlafmangel

Elektrisches Licht, Fernseher, das Internet – all diese Dinge halten uns abends wach. Das könnte zu der Annahme verleiten, kurzer Schlaf sei ein Phänomen der modernen Gesellschaft. Ein Blick auf ursprünglich lebende Völker zeigt jedoch, dass unsere Vorfahren nicht länger geschlafen haben als wir.

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Traditionell lebende Völker, deren Lebensweise der von Jägern und Sammlern entspricht, schlafen einer neuen Studie zufolge im Schnitt weniger als sieben Stunden pro Nacht – genauer: sechs Stunden und 25 Minuten. Das entspricht einer Zeitspanne, die im unteren Bereich dessen liegt, was für Erwachsene in industrialisierten Gesellschaften in Europa und Amerika dokumentiert ist. Zu diesem Ergebnis kommt ein Team um den US-amerikanischen Schlafforscher Jerome Siegel von der University of California in Los Angeles, das die Schlafgewohnheiten von drei Naturvölkern in verschiedenen Teilen der Welt untersucht hatte: den Hadza in Tansania, den San in Namibia und den Tsimane in Bolivien.

Die Ergebnisse der Forscher, die in der Fachzeitschrift Current Biology veröffentlicht wurden, räumten gleich mit mehreren gängigen Annahmen auf: Die Völker schliefen nicht mehr als Menschen in industrialisierten Ländern, sie gingen nicht bei Einbruch der Dunkelheit ins Bett und machten tagsüber keine Nickerchen. "Die Tatsache, dass wir alle noch Stunden nach Sonnenuntergang wach sind, ist absolut normal und scheint keine neue Entwicklung zu sein", sagt Siegel. Ausschlaggebend für die Schlafenszeit der ursprünglich lebenden Völker sei eher die Temperatur gewesen als das Licht. So konnten die Forscher beobachten, dass sich die Gruppenmitglieder schlafen legten, wenn die Temperatur sank. So verschliefen sie die kälteste Zeit der Nacht. Ins Reich der Mythen gehört der Studie zufolge auch die Vorstellung, ein Nachmittag-Schläfchen liege in der Natur des Menschen. Anhänger dieser Idee glauben, dass unsere Vorfahren regelmäßig ein Nickerchen hielten und dies heute nur deshalb ausbleibt, weil wir so beschäftigt sind und keinen Raum dafür haben.

HH

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