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Dambakterien beeinflussen den Appetit.

Wenn es mal wieder richtig schmeckt, haben auch die Darmbakterien als "Untermieter" des Menschen etwas davon.
© martinlee - Fotolia.com

Mi. 25. November 2015

Appetit: Ferngesteuert durch Darmbakterien?

Ob wir hungrig oder satt sind, galt bislang als eine sehr persönliche Wahrnehmung. Einer neuen Studie zufolge hat dies aber nicht nur mit uns zu tun: So senden die Bakterien in unserem Darm Signale an das Gehirn, wenn sie satt sind, und könnten damit steuern, wann und wie viel wir essen.

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Üblicherweise setzt das Sättigungsgefühl etwa 20 Minuten nach einer Mahlzeit ein. Das gilt offenbar nicht nur für Menschen, sondern auch für die im Darm lebenden Bakterien. Das berichten Sergueï Fetissov von der Rouen University in Frankreich und Kollegen in der Fachzeitschrift Cell Metabolism. Nahmen E. coli-Bakterien im Darm Nährstoffe auf, vermehrten sie sich auch, um mit dem Stuhl verlorengegangene Bakterien zu ersetzen. Etwa 20 Minuten nach dem ersten Bissen der Mahlzeit hatten sie offenbar genug und begannen, bestimmte Eiweiße zu produzieren – und zwar andere als in der Zeit davor, als sie noch hungrig waren. Die Forscher identifizierten die unterschiedlichen Eiweiße von vor und nach der Mahlzeit. Anschließend verabreichten sie diese "Satt"-Proteine Laborratten und -mäusen. Die Tiere fraßen daraufhin weniger Futter - egal ob sie vorher hungrig oder satt gewesen waren.

In weiteren Analysen zeigte sich, dass die "Satt"-Proteine die Freisetzung von Hormonen beeinflussen und damit Signalwege im Darm und Gehirn. So förderten sie im Gegensatz zu den "Hunger"-Proteinen die Freisetzung eines Hormons, das Sattsein signalisiert. Das Gegenteil galt für ein anderes Hormon, das die Insulin-Freisetzung stimuliert. Darüber hinaus aktivierten die "Satt"-Proteine appetitregulierende Nerven im Gehirn. Für die Forscher ergibt sich daraus eine interessante Theorie: Die Bakterien-Population im Darm strebt danach, stabil zu bleiben. Da die Darmbakterien in gewisser Weise auf uns als Wohnort angewiesen sind, sei es für sie sinnvoll, wenn sie einen Weg hätten, mit ihrem Wirt zu kommunizieren. So könnten sie ihm mitteilen, wenn sie hungrig sind, und dazu bringen, neue Nährstoffe zu sich zu nehmen. Ob wir etwas essen und wie viel, könnte damit weniger selbstbestimmt sein, als der Mensch gemeinhin glaubt.

HH

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