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Frauen könnten besser gegen die Grippe gewappnet sein als Männer.

Sind Grippeviren im Umlauf, haben Frauen eine Art natürlichen Schutz.
© Andrey Popov - Fotolia.com

Fr. 15. Januar 2016

Weibliche Hormone schützen vor Grippe

Von wegen schwaches Geschlecht! Wie US-Forscher jetzt entdeckten, könnten Frauen besser gegen die Grippe gewappnet sein als Männer. Dabei scheint dem weiblichen Geschlechtshormon Östrogen eine Schlüsselrolle zuzukommen.

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Östrogene, seien es "echte" oder Stoffe, die ähnlich wirken, machen Grippeviren offenbar Leben schwer. Dies fanden Forscher von der Johns Hopkins University in Baltimore heraus, die untersucht hatten, wie Zellkulturen aus den Nasen von Männern und Frauen auf Influenza-A-Viren in Gegenwart von Östrogenen und ähnlich wirkenden Substanzen reagierten. Das weibliche Geschlechtshormon, aber auch eine Substanz, die in der Hormonersatztherapie nach der Menopause eingesetzt wird sowie die hormonell wirkende Alltagschemikalie Bisphenol A verringern demnach die Fähigkeit der Viren, sich zu vermehren. Allerdings galt dies nur für Zellen, die aus weiblichen Nasen stammten, wie die Forscher in der Fachzeitschrift American Journal of Physiology -- Lung Cellular and Molecular Physiology berichten. Sie konnten zudem nachweisen, dass der antivirale Effekt mit speziellen Östrogen-Rezeptoren, das sind Bindungsstellen für das Geschlechtshormon, zusammenzuhängt. Alles in allem könnte die Grippe Männer stärker treffen als Frauen, so das Fazit der Wissenschaftler.

Die Arbeit bestätige frühere Ergebnisse aus Tierstudien, die auf einen schützenden Effekt von Östrogenen gegen Grippe hingedeutet hatten. Dass dieser Schutzeffekt, wenn man die Allgemeinbevölkerung betrachtet, nicht so deutlich erkennbar ist, erklären sich die Forscher damit, dass der Hormonpegel bei Frauen vor den Wechseljahren zyklusbedingt schwankt. Allerdings sei es denkbar, dass Frauen, die mit östrogenhaltigen Mitteln verhüten oder wegen Beschwerden in den Wechseljahren eine Hormonersatztherapie durchführen, bei einer Grippewelle vielleicht von der Schutzwirkung profitieren könnten, glauben die Wissenschaftler.

HH

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