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Ganz ohne Gentechnik konnten Forscher im Laborversuch Hautzellen in Herzzellen verwandeln.

Ganz ohne Gentechnik konnten Forscher im Laborversuch Hautzellen in Herzzellen verwandeln.
© Digital_Zombie - Fotolia

Fr. 29. April 2016

Wirkstoff-Cocktail wandelt Haut- in Herzzellen um

Wissenschaftlern ist es gelungen, nur mit Hilfe chemischer Wirkstoffe Hautzellen in Herz- und Gehirnzellen umzuwandeln. In der Zukunft könnte dies dabei helfen, dass zum Beispiel das Herz nach einem Herzinfarkt geschädigtes Gewebe aus sich heraus regenerieren könnte.

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Mit einem Wirkstoff-Cocktail, der neun Chemikalien enthielt, ließen sich menschliche Hautzellen in schlagende Herzzellen umwandeln, ohne dass Gene von außen zugeführt werden müssten. Dies berichten Forscher um Sheng Ding von den Gladstone Institutes in den USA in der Fachzeitschrift Science. Die beste Zusammensetzung der Wirkstoff-Cocktails fanden die Forscher durch systematisches Ausprobieren heraus. Zunächst wandelten sie damit Hautzellen in Zellen um, die multipotenten Stammzellen ähnelten. Das sind Zellen, die sich zu verschiedensten Zelltypen weiterentwickeln können. Durch einen zweiten Wirkstoff-Mix in Kombination mit Wachstumsfaktoren entwickelten sich diese Zellen dann zu schlagenden Herzzellen, die sich wie Herz- nicht wie Hautzellen verhielten. Auch die Transplantation in Mäuseherzen verlief vielversprechend, wie die Forscher berichten. Ähnlich gut ließen sich Haut- in Gehirnzellen umwandeln, wie sie in der Fachzeitschrift Cell Stem Cell vermeldeten.

Ihre Entdeckung biete eine effizientere und verlässlichere Methode, Zellen neu zu programmieren, ohne dass dabei medizinische Bedenken in Bezug auf die Gentechnik aufkämen, so die Forscher. Sie lege den Grundstein dafür, eines Tages abgestorbene oder geschädigte Zellen nur mit Hilfe von Medikamenten zu regenerieren. "Unsere Hoffnung ist es, Krankheiten wie Herzinsuffizienz oder Parkinson mit Medikamenten behandeln zu können, die dem Herz oder dem Gehirn dabei helfen, geschädigte Bereiche aus Zellen ihres eigenen Gewebes zu regenerieren", verdeutlicht Ding. Ein Prozess, der an natürliche Regenerationsfähigkeit im Tierreich erinnere, wie der von Molchen oder dem Salamander Axolotl.

HH

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