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Selbstgespräche in der dritten Person helfen, Emotionen besser zu kontrollieren.

Eine gewisse Art von Selbstgesprächen hilft, mit stressigen Situationen besser zurecht zu kommen.
© Model colourbox.de/lev dolgachov

Fr. 28. Juli 2017

Bessere Selbstkontrolle durch Selbstgespräche

"Mama geht mal einkaufen." Dass Menschen von sich selber in der dritten Person sprechen, kennen wir nur aus Unterhaltungen mit Kleinkindern. Jetzt fanden Forscher heraus, dass ein Selbstgespräch in der dritten Person – statt wie üblich in der Ich-Perspektive – eine einfache und effektive Methode darstellt, seine Emotionen zu kontrollieren.

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In stressigen Zeiten kann es helfen, mit sich selbst in der dritten Person zu sprechen. "Warum geht es Petra heute nicht so gut?", lasse eine größere emotionale Distanz zum Geschehen zu als Sätze wie "Verdammt, warum geht es mir nicht gut?". Durch den Perspektiv-Wechsel nehme man sich selbst eher aus der Sicht eines Außenstehender wahr, habe seine Emotionen besser im Griff und betrachte Probleme sachlicher. Dies fanden Forscher zweier kooperierender Universitäten in Michigan, USA, durch zwei Experimente heraus. "Wirklich interessant ist, dass die Daten beider unabhängiger Experimente darlegen, dass Selbstgespräche in der dritten Person, eine vergleichsweise mühelose Form der emotionalen Selbstkontrolle darstellen", berichtet Ethan Kross, Professor für Psychologie an der University of Michigan. Die Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler online im Fachblatt Scientific Reports.

Im ersten Experiment wurden den Studienteilnehmern abwechselnd neutrale und erschreckende Bilder gezeigt. Sie sollten einmal aus der üblichen Ich-Perspektive und ein anderes Mal in der dritten Person darauf reagieren. Beide Male wurde die emotionale Hirnaktivität gemessen. Benutzten die Teilnehmer die dritte Person, sank die Aktivität in Gehirnbereichen, die schmerzliche Empfindungen verarbeiten, innerhalb einer Sekunde. Im zweiten Experiment sollten sich die Teilnehmer an belastende Erlebnisse erinnern. Auch hier sank durch Selbstgespräche in der dritten Person die emotionale Hirnaktivität. Die Ergebnisse legen nahe, dass Selbstgespräche in der dritten Person eine einfache und wirksame Methode sind, um Emotionen besser im Zaum zu halten.

KS

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