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Einige Menschen sind überzeugt, Stimmen zu hören, die gar nicht da sind.

Nicht immer steckt eine psychische Erkrankung dahinter, wenn Menschen glauben, Stimmen zu hören.
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Fr. 11. August 2017

Wann Stimmenhören auf eine Krankheit hindeutet

Halluzinationen sind bei Menschen mit einer Psychose keine Seltenheit. Allerdings gibt es durchaus auch Menschen ohne psychotische Erkrankung, die von sich sagen, dass sie Stimmen hören. Forscher der Yale University in den USA haben nun untersucht, was Stimmen-Hörer von anderen unterscheidet.

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Studienteilnehmer, die Stimmen hörten, reagierten bei einem Experiment, mit dessen Hilfe Halluzinationen erzeugt wurden, sensibler. Dies galt sowohl für Menschen, bei denen eine Psychose diagnostiziert worden war, als auch für Menschen ohne eine solche Diagnose, wie die Forscher in der Fachzeitschrift Science berichten. Für die Studie hatten sie eine in den 1890er Jahren entwickelte Methode verwendet, mit der auditorische Halluzinationen ausgelöst werden können. Dabei werden Testpersonen wiederholt mit Reizen konfrontiert, bei denen ein Lichtsignal mit einem Ton kombiniert wird. Ihre Aufgabe ist es, den Ton zu erkennen. Die Wissenschaftler hatten diesen Test mit vier Gruppen durchgeführt - Personen, die Stimmen hörten, entweder mit Psychose oder ohne, sowie Personen, die keine Stimmen hörten, mit Psychose oder ohne.

Wie die Forscher in der Fachzeitschrift Science berichten, glaubten letztlich viele Studienteilnehmer aus allen Gruppen, einen Ton gehört zu haben, auch wenn lediglich das Licht zu sehen gewesen war und es keinen Ton gegeben hatte. Allerdings war dieser Effekt in der Gruppe der Personen, die von sich sagten, dass sie Stimmen hörten, wesentlich stärker ausgeprägt. Gehirnscans zeigten zudem, dass bei Stimmen-Hörern mit und ohne Psychose bei Halluzinationen offenbar ähnliche Hirnprozesse ablaufen. "Halluzinationen können aus einem Ungleichgewicht entstehen zwischen dem, was man erwartet, und den Informationen, die uns unsere Sinne liefern", sagt Studienautor Al Powers. Man nehme das wahr, was man erwarte, nicht das, was die Sinnesorgane sagen.

Darüber hinaus zeigte sich, dass Menschen mit einer Psychose Schwierigkeiten hatten, zu akzeptieren, dass ihre falsche Wahrnehmung lediglich eine Halluzination war. Dies bildete sich auch in Gehirnscans ab, bei denen die Aktivität in bestimmten Hirnregionen verändert war. Beides, Verhalten und Bildgebung, könne einen frühen Hinweis darauf geben, ob Halluzinationen Teil eines Krankheitsbildes seien und welche Personen deshalb eine psychiatrische Behandlung benötigten, so die Forscher.

HH

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