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Sport verbessert die Darmflora.

Regelmäßige Bewegung hat einen positiven Einfluss auf die Bakteriengemeinschaft im Darm.
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Do. 07. Dezember 2017

Sport verändert die Darmflora

Durch Bewegung verändert sich die im Darm lebende Bakteriengemeinschaft - und zwar unabhängig von der Ernährung oder anderen Faktoren wie etwa der Einnahme von Antibiotika. Dies fanden US-amerikanische Forscher heraus, die den Einfluss von Bewegung auf die Zusammensetzung der Darmflora untersucht hatten.

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In einer ersten Studie mit Mäusen zeigte sich, dass sich die Zusammensetzung der Darmbakterien bei keimfrei aufgewachsenen Mäusen unterschied, je nachdem, ob sie Stuhltransplantate von sportlichen oder weniger sportlichen Artgenossen erhalten hatten. Stammte der transplantierte Kot von trainierten Mäusen, enthielt die Darmflora einen höheren Anteil an Mikroben, die die kurzkettige Fettsäure Butyrat produzieren, wie Jeffrey Woods von der University of Illinois und Kollegen herausfanden. Diese fördere gesunde Darmzellen, verringere Entzündungen und liefere Energie, erläutern die Forscher. Die Mäuse reagierten zudem weniger empfindlich auf eine Substanz, die die entzündliche Darmkrankheit Colitis ulcerosa auslösen kann.

In einer zweiten Studie mit Menschen zeigte sich zudem, dass auch hier die Konzentration an kurzkettigen Fettsäuren, speziell Butyrat, mit mehr Bewegung anstieg. Die Teilnehmer hatten sechs Wochen lang dreimal pro Woche ein 30- bis 60-minütiges Herz-Kreislauf-Training absolviert. Mit der Rückkehr zum sitzenden Lebensstil ging auch der Anteil an kurzkettigen Fettsäuren wieder zurück. Genetische Tests bestätigten, dass sich durch die sportliche Betätigung der Anteil von Bakterien in der Darmflora, die Butyrat produzieren, veränderte. Besonders deutlich sei dies bei schlanken Studienteilnehmern gewesen, berichten die Forscher. Dagegen habe sich der Anteil an diesen Bakterien in der Darmflora bei stark übergewichtigen Teilnehmern nur geringfügig verändert. Warum das Mikrobiom schlanker und übergewichtiger Menschen unterschiedlich auf Sport reagiere, müsse noch weiter untersucht werden.

HH

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