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Sich in intelligente Prominente zu verwandeln verbessert Testergebnisse.

In eine andere Rolle zu schlüpfen, kann Empathie und die eigenen Fähigkeiten verändern.
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Di. 10. Juli 2018

Einmal selbst Einstein sein

In der virtuellen Realität können Menschen in Körper mit anderen Eigenschaften schlüpfen – und das kann sogar das wahre Leben verändern. Spanische Forscher sind der Frage nachgegangen, was es bewirkt, wenn Menschen virtuell eine extrem intelligente Person verkörpern, zum Beispiel Albert Einstein.

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Verkörperten junge Männer in einer virtuellen Realität Albert Einstein, verringerte dies ihre Vorurteile gegenüber älteren Menschen. Darüber hinaus schnitten Studienteilnehmer mit geringem Selbstwertgefühl, nachdem sie sich virtuell als Einstein erlebt hatten, bei kognitiven Tests im Anschluss besser ab als Teilnehmer, die eine normale Person ihres Alters verkörpert hatten. Dies berichten Professor Mel Slater von der Universitat de Barcelona und Kollegen in der Fachzeitschrift "Frontiers in Psychology".

Sich in einem älteren Körper zu befinden, könnte laut der Forscher die Einstellung der Teilnehmer unbewusst verändert haben, indem es die Unterscheidung zwischen älteren Menschen und den Teilnehmern selbst verwischt habe. Ähnlich könnte es sich in Bezug auf die Intelligenz verhalten: Sich im Körper einer extrem intelligenten Person zu befinden, könnte Studienteilnehmer dazu gebracht haben, über sich selbst anders zu denken. Möglicherweise habe dies mentale Ressourcen freigesetzt, die diese Personen normalerweise nicht nutzten. Dass sich dies nur bei Teilnehmern mit geringem Selbstwertgefühl gezeigt habe, könnte damit zusammenhängen, dass diese Menschen durch die veränderte Selbstwahrnehmung am meisten zu gewinnen hätten, vermuten die Wissenschaftler. Sich selbst im Körper einer respektierten und intelligenten Person zu sehen, habe möglicherweise ihr Selbstvertrauen während der Tests gestärkt.

Die aktuelle Studie war mit 30 jungen Männern durchgeführt worden. Um das Phänomen weiter zu erforschen, seien weitere Studien mit mehr Teilnehmern sowie Männern und Frauen notwendig, so die Forscher. Die Ergebnisse könnten aber schon jetzt für Schule und Bildung hilfreich sein.

HH

Quelle: DOI 10.3389/fpsyg.2018.00917

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