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Für die Mucus-Schicht codieren Gene, die auch bei Nesseltieren zu finden sind.

Selbst mit so entfernten Verwandten wie Haarquallen teilen wir wichtige Gene.
© Gilberto - Fotolia.com

Mo. 16. Juli 2018

Quallen-Erbe hilft gegen Infektionen

Gene für Schleim, die seit über 350 Millionen Jahren existieren und ursprünglich von Quallen und ihren Verwandten stammen, sind auch beim Menschen zu finden. Der Schleim könnte ein Schlüsselelement bei der Suche nach neuen Antibiotika sein.

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Eine Schicht aus Schleim bildet die erste Abwehr gegen schädliche Bakterien, entfernt aber auch unerwünschte Partikel wie Staub oder Ablagerungen aus den Lungen. "Man findet sie überall in unserem Körper – in unserem Darm, unseren Augen, unseren Lungen", so Professor Grant Burgess von der Newcastle University. Betrachte man die Entstehungsgeschichte des Schleims, haben sich Schleimschichten erstmals bei den sogenannten Cnidaria oder Nesseltieren, zu denen Seeanemonen, Korallen und Quallen gehören, und den Ctenophora oder Rippenquallen ausgebildet, erläutert der Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Biofilms and Microbiomes. Diese Organismen zählten mit zu den entferntesten Verwandten des Menschen. "Bedenkt man das, ist es unglaublich, dass wir noch immer Gene teilen", staunt Burgess.

Obwohl die wichtige Rolle von Schleimhäuten und Schleim als erste Abwehr gegen Infektionen bekannt sei, wisse man noch wenig darüber, wie die im Schleim enthaltenen Stoffe mit Bakterien interagieren. "Wir wissen, dass Schleim Bindungsstellen für Bakterien besitzt, durch die diese an die Zelloberfläche unter der Schleimschicht gebunden werden", erklärt Burgess. Die Bakterien hafteten am Schleim und würden so davon abgehalten, Zellen zu infizieren. Wenn man den kompletten Mechanismus entschlüssele, wie Schleim als antibakterielle Barriere funktioniere und wie die unterschiedlichen Mucine wirkten, könnte dies bei der Entwicklung neuer Antibiotika helfen, so der Forscher. Dank der gemeinsamen Gene könnte hierbei ein Blick auf Quallen oder Korallen hilfreich sein.

HH

Quelle: DOI 10.1038/s41522-018-0057-2

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