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Gentechnisch veränderte Pflanzen könnten vor erhöhten Schadstoffkonzentrationen warnen.

Zimmerpflanzen verschönern den Raum - und könnten in Zukunft vor Gesundheitsgefahren warnen.
© sementsova321 - stock.adobe.com

Di. 24. Juli 2018

Zimmerpflanzen: Biosensoren im Dienst der Gesundheit

Es klingt nach Science-Fiction: Dank Gentechnik könnten Efeu, Ficus oder Grünlilie eines Tages nicht nur hübsche Wohnungsaccessoires sein – sondern auch helfen, unsere Gesundheit zu überwachen. Das glauben Forscher, die sich mit den Möglichkeiten der synthetischen Biologie auseinandergesetzt haben.

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Wie der Pflanzenforscher Professor Neal Stewart von der University of Tennessee gemeinsam mit Kollegen in der Fachzeitschrift Science schreibt, könnten gentechnisch veränderte Zimmerpflanzen als Alarmzeichen dienen, wenn etwas in der Wohnung oder im Büro nicht stimmt. So wäre denkbar, dass sie die Gegenwart gesundheitsschädlicher Substanzen anzeigen, etwa von Schimmel oder Radon. Ebenso könnten sie auf hohe Konzentrationen flüchtiger organischer Verbindungen hinweisen. Dadurch könnten die Pflanzen als Biosensoren wirken, die beispielsweise nach und nach ihre Blattfarbe ändern oder leuchten, erläutern die Wissenschaftler. "Sie können eine Menge mehr tun als nur herumzustehen und hübsch auszusehen", so Professor Stewart. Da eine hohe Dichte an Biosensoren Gefahren am besten anzeigen könne, wären den Forschern zufolge innenarchitektonische Gestaltungselemente wie "Pflanzenwände" als Umweltmonitore am besten geeignet.

Die Idee, Pflanzen als Biosensoren zu nutzen, sei nicht neu, so Stewart. Er selbst war an Forschungsarbeiten beteiligt, bei denen genetisch veränderte Pflanzen eingesetzt wurden. Sie reagierten auf bestimmte Umweltsituationen, zum Beispiel zu viel oder zu wenig Stickstoff. Diese Gewächse beginnen zu leuchten, wenn sie durch spezielle Filter angeschaut werden. Werde diese Technik weiterentwickelt, könnten Landwirte ihre Planung daran anpassen, erklärt Stewart das Potenzial dieser Methode. Neu sei hingegen die Idee, die Möglichkeiten der synthetischen Biologie auch auf Zimmerpflanzen anzuwenden – und zwar jenseits ästhetischer Aspekte wie größerer Blüten oder bunterer Blätter.

HH

Quelle: DOI 10.1126/science.aau2560

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