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Kopfbälle schaden Frauen mehr als Männern.

Das Gehirn von Frauen reagiert offenbar empfindlicher auf Kopfbälle.
© Jeffrey Lin on Unsplash

Do. 02. August 2018

Fußball: Kopfbälle schaden Frauen mehr als Männern

Fußball wird auch bei Mädchen immer beliebter, mit allem was dazu gehört – auch Kopfbällen. Einer neuen Studie zufolge sollten Frauen jedoch lieber nicht so oft mit dem Kopf zum Ball gehen. US-Forscher haben herausgefunden, dass häufiges Köpfen dem weiblichen Gehirn mehr schadet als dem von Männern.

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Wie die Forscher online in der Fachzeitschrift Radiology schildern, ist das weibliche Gehirn offenbar anfälliger für Verletzungen durch häufiges Kopfballspielen als das männliche. In speziellen Hirnscans zeichnete sich ab, dass Schäden der weißen Substanz bei Frauen fünfmal größer waren als bei Männern. Bei Frauen standen strukturelle Schäden in acht Hirnregionen mit häufigem Kopfballspielen in Zusammenhang, bei Männern war dies nur bei drei Hirnregionen der Fall. Männliche Studienteilnehmer hatten im Schnitt 487 Kopfbälle in einem Jahr gespielt, weibliche 469.

Schon lange sei bekannt, dass es Frauen nach einer Kopfverletzung schlechter gehe als Männern, sagt Michael L. Lipton, Professor für Radiologie sowie Psychiatrie und Verhaltensforschung am Albert Einstein College of Medicine in den USA. Manche behaupteten, dies hänge nur damit zusammen, dass Frauen eher bereit seien, über Symptome zu sprechen. "Basierend auf unserer Studie, in der objektive Veränderungen im Hirngewebe gemessen wurden und nicht selbst-geschilderte Symptome, scheint es so, dass Frauen durch das Köpfen von Bällen eher ein Hirntrauma erleiden als Männer", sagt Lipton.

Die Ursachen dafür seien noch unklar. Die Kraft der Nackenmuskulatur könnte möglicherweise eine Rolle spielen sowie hormonelle oder genetische Unterschiede, spekulieren die Forscher. Sie weisen darauf hin, dass die von ihnen gefundenen Veränderungen im Gehirn zwar nicht zu offensichtlichen Krankheitssymptomen geführt hätten, wie beispielsweise einer verminderten Denkfähigkeit. Trotzdem sollte man sie aus ihrer Sicht nicht verharmlosen. Bei vielen Hirnerkrankungen träten solche Veränderungen auf, bevor sich Schäden durch Symptome bemerkbar machten.

HH

Quelle: DOI 10.1016/j.appet.2018.06.006

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