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Giftige Tiere könnten von therapeutischem Nutzen sein.

Aus dem Gift von Tieren könnten sich Substanzen gewinnen lassen, die das Potenzial haben, Krankheiten zu heilen.
© JoeJirang - stock.adobe.com

Mo. 03. September 2018

Krankheiten mit Gift behandeln?

Tarantel, Skorpion, Schlangen: Giftige Tiere werden seit jeher bewundert und gefürchtet. Neue Technologien und ein wachsendes Verständnis, wie Gifte im Laufe der Evolution entstanden sind, könnten den Weg zu einer komplett neuen Klasse von Medikamenten ebnen: zum Beispiel gegen Diabetes, Autoimmunkrankheiten oder chronische Schmerzen.

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Giftige Tiere sind in so gut wie allen Lebensräumen zu finden, schreiben die Biochemikerin Mandë Holford von der City University of New York und Kollegen in der Fachzeitschrift Science. Bisher sei es jedoch schwierig gewesen, die geringen Giftmengen der oft sehr kleinen Tiere zu untersuchen. Mithilfe neuer Technologien könnte sich das nun ändern.

"Mehr über die Entstehungsgeschichte giftiger Spezies zu wissen, hilft uns, gezieltere Entscheidungen zum möglichen Potenzial einer giftigen Substanz bei einer bestimmten Erkrankung zu treffen", sagt Studienautorin Holford. Die moderne Giftforschung habe bislang sechs Medikamente hervorgebracht, die von der amerikanischen Arzneimittelbehörde zugelassen worden seien, sagt Holford. Mehr Investitionen in die Giftforschung könnten sich auszahlen und möglicherweise zu Therapie-Optionen für bisher nicht behandelbare Krankheiten führen, glauben die Forscher.

Großes Potenzial für Medikamente sehen die Forscher zum Beispiel bei Peptiden aus der giftigen Seenamone, die bei Autoimmunkrankheiten helfen könnten, oder Neurotoxine der Kegelschnecke Conus magus, die eine Alternative zur Behandlung chronischer Schmerzen darstellen könnten. Aus Spinnengift etwa könnten umweltfreundliche Insektiziden entwickelt werden. Ein weiterer Kandidat ist Chlorotoxin, ein Bestandteil des tödlichen Giftcocktails des Gelben Mittelmeerskorpions, auf dessen Grundlage es möglich sein könnte, Tumore bei einer Operation sichtbar zu machen.

HH

Quelle: DOI 10.1126/science.aau7761

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