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Bakterien aus heilender Erde sind offenbar dazu in der Lage, das Wachstum antibiotikaresistenter Bakterien zu hemmen.

Bakterien aus heilender Erde könnten helfen, Antibiotika-Resistenzen zu bekämpfen.
© Manuel Schäfer - Fotolia

Mi. 02. Januar 2019

Bakterien aus heilender Erde hemmen resistente Keime

Wissenschaftler haben aus irischer Erde, die seit Jahrhunderten für die Heilung verschiedener Erkrankungen eingesetzt wird, einen neuen Bakterienstamm isoliert. Diese Bakterien konnten das Wachstum resistenter Krankheitserreger hemmen. Nun besteht die Hoffnung, dass sie als Produzenten für neue Antibiotika dienen könnten.

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Erde aus einer bestimmten Region Irlands enthält einen bisher unbekannten Bakterienstamm. Die Bakterien, die den Namen Streptomyces sp. Myrophorea erhalten haben, konnten das Wachstum von vier der sechs wichtigsten antibiotikaresistenten Krankheitserreger, darunter MRSA, hemmen. Das fand ein internationales Team von Forschern aus Wales, Brasilien, dem Irak und Nordirland heraus. Welche Substanz hinter diesen antibiotischen Eigenschaften steckt, wird derzeit untersucht, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt Frontiers in Microbiology.

Prof. Paul Dyson von der medizinischen Fakultät der Universität in Swansea sagt: "Diese Entdeckung ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen. Unsere Ergebnisse zeigen, dass volksheilkundliche und traditionelle Arzneimittel bei der Suche nach neuen Antibiotika untersucht werden sollten: Es scheint, dass ein Teil der Antwort auf dieses sehr moderne Problem in der Weisheit der Vergangenheit liegen könnte."

Die von den Forschern untersuchte heilende Erde stammt aus den Boho Highlands in Nordirland. Der alkalische Boden wurde dort vor Jahrtausenden abgelagert und wird seit langer Zeit in der traditionellen Volksheilkunde für die Behandlung verschiedener Erkrankungen wie Zahnschmerzen oder Halsentzündungen verwendet.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezeichnet das Problem der antibiotikaresistenten Keime als "eine der größten heutigen Bedrohungen für die globale Gesundheit, die Ernährungssicherheit und die Entwicklung".

ZOU

Quelle: DOI 10.3389/fmicb.2018.02458

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