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Bier auf Wein, das lass sein? Alles Quatsch, sagen Forscher.

Ist das Kater am nächsten Morgen schlimmer, wenn man alkoholische Getränke in der falschen Reihenfolge trinkt? Dieser Frage sind Forscher nachgegangen.
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Fr. 08. Februar 2019

Kommt es bei Alkohol auf die Reihenfolge an?

"Bier auf Wein, das lass sein, Wein auf Bier, das rat ich dir." Solche Volksweisheiten hört man häufig. Wissenschaftler haben sich der Frage gewidmet, bei welcher Reihenfolge der Kater am nächsten Tag schlimmer ist und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass sie völlig unerheblich ist: Es kommt auf die Menge des getrunkenen Alkohols an.

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Zwischen drei Gruppen, die zu wissenschaftlichen Zwecken größere Mengen Bier und Wein in unterschiedlicher Reihenfolge zu sich genommen hatten, wurden am nächsten Tag keine Unterschiede festgestellt. Die einzige Abweichung bei den Teilnehmern war, dass Frauen etwas stärker unter ihrem Kater litten als Männer.

"Bei Weißwein und Lagerbier fanden wir keine Bestätigung dafür, dass das Trinken von Bier vor Wein einen milderen Kater mit sich bringt als umgekehrt. Die Wahrheit ist, dass das Trinken von zu viel Alkohol mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem Kater führt", sagt Jöran Köchling von der Universität Witten/Herdecke.

90 Freiwillige zwischen 19 und 40 Jahren wurden in drei Gruppen eingeteilt und durften zugunsten der Wissenschaft tief ins Glas schauen: Die erste Gruppe trank einen guten Liter Bier und danach vier Gläser Wein. Die zweite Gruppe trank ebenfalls diese Getränke, aber in umgekehrter Reihenfolge. Die Teilnehmer der Kontrollgruppe tranken entweder Bier oder Wein. Alle bewerteten ihr Befinden am Ende des Trinkgelages und am nächsten Tag in regelmäßigen Abständen auf einer "Kater-Skala" von 0 bis 56. Eine Woche später wurde der Versuch wiederholt, wobei die Gruppen getauscht wurden bzw. die Teilnehmer der Kontrollgruppe das jeweils andere Getränk zu sich nahmen.

Zu einem Kater nach übermäßigem Alkoholgenuss kommt es, wenn die Alkoholkonzentration im Blut wieder sinkt. Nicht nur von der Menge, sondern auch von den weiteren Bestandteilen des alkoholischen Getränkes hängt das Ausmaß der Symptome ab, weshalb etwa Bourbon von vielen schlechter vertragen wird als Wodka. Echte Gegenmittel gibt es nicht, obwohl auch dazu viele Volksweisheiten kursieren.

ZOU

Quelle: DOI 10.1093/ajcn/nqy309

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