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Schöne Musik verbessert zwar die Stimmung, nicht aber die Kreativität.

Den Lieblingsliedern zu lauschen, macht zwar gute Laune, aber offenbar nicht kreativer.
© colourbox.de

Mo. 04. März 2019

Musikhören macht kreativ? Irrtum!

Die verbreitete Ansicht, dass Musikhören die Kreativität fördert, wurde von Wissenschaftlern in Frage gestellt: Ihren Ergebnissen nach hat Hintergrundmusik genau den gegenteiligen Effekt. Dabei war es unerheblich, ob es sich um reine Instrumentalmusik handelte oder um bekannte Musik, die die Studienteilnehmer in gute Stimmung versetzte.

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Bei Hintergrundmusik war die Fähigkeit von Studienteilnehmern, Aufgaben mit verbaler Kreativität zu lösen, erheblich beeinträchtigt. Wenn im Hintergrund Geräusche aus einer Bibliothek wiedergegeben wurden, hatte dies jedoch keinen Effekt auf ihre Kreativität, so das Ergebnis, das in der Fachzeitschrift Applied Cognitive Psychology veröffentlicht wurde. Die Forscher vermuten, dass Musik möglicherweise das verbale Arbeitsgedächtnis stört, Bibliotheksrauschen hingegen als "stationäre" Umgebung nicht so störend ist.

Die Art der Musik wirkte sich nicht auf die kreativen Leistungen der Testpersonen aus. Auch wenn sie durch bekannte Musik in eine gute Stimmung versetzt wurden, konnten sie ihre Fähigkeiten nicht optimal nutzen. Die Autoren schlussfolgern: "Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Ergebnisse die weit verbreitete Ansicht in Frage stellen, dass Musik die Kreativität verbessert." Stattdessen zeigten sie, dass Musik unabhängig von ihren Inhalten - keine, vertraute oder unbekannte Texte - die kreative Leistung bei der Problemlösungsproblematik durchgängig störe.

Psychologen aus Großbritannien und Schweden hatten Effekte von Hintergrundmusik auf die Leistung getestet, indem sie Menschen vor Probleme stellten, die ihre verbale Kreativität forderte. So sollten sie beispielsweise zu drei Wörtern, wie etwa "Brille, Uhr, Blume", ein zugehöriges Wort finden, in diesem Fall "Sonne". Die Forscher verwendeten Hintergrundmusik mit unbekannten Texten, mit bekannten Texten oder reine Instrumentalmusik. Verglichen wurden die Ergebnisse mit denen aus einer ruhigen Umgebung oder den Hintergrundgeräuschen einer Bibliothek.

ZOU

Quelle: DOI 10.1002/acp.3532

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