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Beim Apfel sitzen die meisten Bakterien nicht auf der Schale, sondern viel tiefer.

Beim Apfel sitzen die meisten Bakterien nicht auf der Schale, sondern viel tiefer.
© djoronimo - stock.adobe.com

Mi. 24. Juli 2019

Das "Apfel-Mikrobiom": Mehr als 100 Millionen Bakterien pro Apfel

Forscher aus Graz haben untersucht, welche und wie viele Bakterien in einem Apfel zu finden sind. Die meisten fanden sie im Fruchtfleisch und in den Samen, die Schale war hingegen weniger besiedelt. Was die Vielfalt und positive Effekte der gefundenen Arten betrifft, scheinen Bio-Äpfel die Nase vorn zu haben.

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Den Ergebnissen zufolge nehmen wir mit einem Apfel etwa 114 Millionen Bakterien auf, sofern er komplett gegessen wird – Äpfel ohne Kerngehäuse enthalten nur noch etwa zehn Millionen Bakterien. Professorin Gabriele Berg von der Technischen Universität Graz erklärt: "Die Bakterien, Pilze und Viren in unserer Nahrung besiedeln vorübergehend unseren Darm. Kochen tötet die meisten davon, weshalb rohes Obst und Gemüse eine besonders wichtige Quelle für Darmmikroben sind."

Obwohl die Menge an Bakterien bei Äpfeln aus konventionellem und Bio-Anbau gleich war, war die Bakterien-Zusammensetzung unterschiedlich: Bio-Äpfel wiesen eine vielfältigere und ausgewogenere Bakteriengemeinschaft auf. Bakteriengruppen, zu denen bekannte Krankheitserreger gehören, wurden in den meisten Äpfeln aus konventionellem Anbau gefunden, jedoch nicht in Bio-Äpfeln. Bei den nützlichen Laktobazillen war es dagegen andersherum.
Bio-Äpfel könnten aufgrund der Bakterien sogar besser schmecken: Methylobacterium, eine Art, von der bekannt ist, dass sie die Bildung von Erdbeeraromastoffen fördert, war in Bio-Äpfeln insbesondere in der Schale und im Fruchtfleisch häufiger anzutreffen.

Die Ergebnisse, die im Fachblatt Frontiers in Microbiology veröffentlicht wurden, stimmen gut mit einer kürzlich durchgeführten Studie überein, in der Pilzgemeinschaften in Äpfeln untersucht worden waren: Beide Studien zeigen, dass das Apfelmikrobiom sowohl bei Bakterien als auch bei Pilzen in Früchten aus biologischem Anbau vielfältiger ist.

ZOU

Quelle: DOI 10.3389/fmicb.2019.01629

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