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Krötensekret enthält psychedelische Substanzen.

Der Stoff 5-MeO-DMT, der im Sekret einer Kröte enthalten ist, ist ein sehr stark wirksames Halluzinogen.
© Jason_Lee_Hughes/iStockphoto

Di. 03. September 2019

Einen Monat lang glücklich durch Krötensekret?

Psychodelische Substanzen scheinen die Symptome einer Depression zu lindern, was Wissenschaftler der Universität Maastricht dazu veranlasst hat, eine neue Variante zu testen: getrocknete und pulverisierte Krötensekrete. Eine erste Studie zeigt, dass das einmalige Einatmen des verdampften Pulvers bis zu vier Wochen lang zufriedener, achtsamer und weniger depressiv machen kann.

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Das Psychedelikum, das abgekürzt 5-MeO-DMT heißt, stammt aus der echten Kröte (Bufo alvarius). Um zu klären, ob 5-MeO-DMT antidepressiv wirkt, ließen die Forscher aus Maastricht 42 Personen Dampf aus getrocknetem Krötensekret inhalieren. Einen Tag sowie vier Wochen später führten sie Befragungen unter den Testpersonen durch, die ergaben, dass sich die meisten von ihnen besser fühlten und aufmerksamer, weniger depressiv, ängstlich und gestresst waren, sogar einen Monat später noch. Je stärker die halluzinogene Erfahrung war, desto ausgeprägter waren die langanhaltenden Wirkungen.

Allerdings hatten von den 42 Testpersonen nur 24 an den Umfragen teilgenommen. Die Gründe für die fehlende Reaktion der anderen Teilnehmer sind unbekannt, aber die Autoren vermuten, dass sie von dem Experiment enttäuscht gewesen sein könnten: "Es ist nicht bekannt, ob die Erfahrung mit dem Einatmen von Dampf aus getrocknetem Krötensekret mit 5-MeO-DMT die Erwartungen und Motivationen aller Teilnehmer erfüllt hat."

Die meisten Testpersonen hatten als Grund für die Teilnahme an der Studie angegeben, dass sie sich selbst besser verstehen wollten oder Probleme zu lösen hofften, andere Motive waren die Suche nach einer spiritueller Erfahrung, Heilung oder Neugier.

Die Forscher weisen darauf hin, dass 5-MeO-DMT auch einen Horrortrip mit verstärkter Angst und Paranoia ausgelöst haben könnte. Wenn sich also nur die Personen zurückgemeldet haben, die gute Erfahrungen gemacht haben, dann könnte dies die Ergebnisse verfälscht haben, da es keine Kontrollgruppe gab. Das wollen die Forscher nun in weiteren Untersuchungen klären.

ZOU

Quelle: DOI 10.1007/s00213-019-05236-w

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