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Luftverschmutzung belastet auch die Psyche

Mit Schadstoffen belastete Luft ist nicht nur eine Gefahr für die körperliche Gesundheit: Auch die Seele leidet darunter.
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Do. 26. September 2019

Kinder: Schlechte Luft belastet die Psyche

Gleich drei neue Studien von Wissenschaftlern des Children's Hospital Medical Center in Cincinnati zeigen Zusammenhänge zwischen Luftverschmutzung und der psychischen Gesundheit von Kindern. Auch eine kurzfristige Belastung mit Feinstaub wirkte sich bereits negativ auf die Psyche aus.

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In einer Studie zeigte sich, dass Kinder ein bis zwei Tage nach einer erhöhten Feinstaubbelastung häufiger in der psychiatrischen Notaufnahme eines Kinderkrankenhauses aufgenommen wurden. "Diese Arbeit ist die erste, die einen Zusammenhang zwischen dem täglichen Verschmutzungsgrad der Luft und psychiatrischen Störungen wie Angstzuständen und Selbstmord bei Kindern zeigt", sagt Dr. Cole Brokamp der Abteilung für Biostatistik und Epidemiologie des Kinderkrankenhauses in Cincinnati. Zudem zeigte sich, dass Kinder aus Gegenden mit hoher Armut noch anfälliger für die negativen Auswirkungen der Luftschadstoffe waren. Dies lasse Brokamp zufolge darauf schließen, dass Luftverschmutzung und ungünstige Nachbarschaftsverhältnisse möglicherweise sich verstärkende Effekte auf die psychische Gesundheit haben.

Die Forscher haben dieses Jahr schon zwei weitere Studien veröffentlicht, die ebenfalls Luftverschmutzung mit der psychischen Gesundheit von Kindern in Verbindung bringen: Bei 12-Jährigen war die verkehrsbedingte Luftverschmutzung während der Kindheit mit Depressionen und Angststörungen assoziiert. In einer anderen Untersuchung wurden bei hoher Feinstaubbelastung vermehrt Entzündungsmarker im Gehirn von Kindern nachgewiesen.

"Zusammengenommen tragen diese Studien zu einer wachsenden Zahl von Beweisen bei, dass Luftverschmutzung im frühen Leben zu Depressionen, Angstzuständen und anderen psychischen Problemen führen kann", fasst Studienautor Dr. Patrick Ryan zusammen.

ZOU

Quellen:

DOI 10.1289/EHP4815

DOI 10.1016/j.envres.2019.03.005

DOI 10.1016/j.envres.2019.05.009

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