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Ein Sicherheitssignal könnte bei Angststörungen helfen.

Ein Musikstück, das positive Gefühle weckt, könnte bei Angststörungen helfen.
© iStock.com/BartekSzewczyk

Do. 12. Dezember 2019

Sicherheitssignal: Einfacher Tipp gegen Ängste

Viele Menschen leiden in bestimmten Situationen unter Ängsten, ohne dass eine wirkliche Gefahr besteht. Bei etwa der Hälfte der Betroffenen wirken Verhaltenstherapien oder Medikamente, einem großen Teil kann damit aber nicht geholfen werden. Wissenschaftler haben nun eine neue Methode gefunden, mit der sie diese Angstzustände in den Griff bekommen könnten.

US-Forscher haben einen neuartigen Weg zur Bekämpfung von Ängsten gefunden: Im Fokus steht dabei ein sogenanntes Sicherheitssignal, das niemals mit problematischen Ereignissen in Verbindung gebracht wird. "Ein Sicherheitssignal könnte ein Musikstück, eine Person oder ein Gegenstand wie ein Stofftier sein, das die Abwesenheit einer Bedrohung darstellt", erklärte die Psychologin Dr. Paola Odriozola.

Dieses Signal lindert Angst auf ganz andere Weise als bei der bestehenden Verhaltenstherapie, bei der Patienten nach und nach der Quelle ihrer Angst ausgesetzt werden, bis sie gelernt haben, dass etwa Spinnen keine Bedrohung darstellen und die Angst nachlässt.

Forscher testen Sicherheitssignal bei Mäusen

An Mäusen konnten die Forscher demonstrieren, dass Sicherheitssignale funktionieren: Sie ließen die Mäuse einen "unbedrohlichen" Ton erlernen und einen zweiten, der mit einem bedrohlichen Ergebnis zusammenhing. Wurde ihnen der bedrohliche Ton präsentiert und dann der unbedrohliche als Sicherheitssignal hinzugefügt, so reduzierte dies ihre Angst. Prof. Dylan Gee erläuterte den Unterschied beider Methoden: "Die expositionsbasierte Therapie beruht auf dem Auslöschen der Angst. Obwohl sich während der Therapie ein Sicherheitsgedächtnis bildet, konkurriert es immer mit dem vorherigen Bedrohungsgedächtnis. Durch diese Konkurrenz besteht die Gefahr eines Rückfalls – aber mit Sicherheitssignalen ist nie ein Bedrohungsgedächtnis verbunden."

ZOU

Quelle: DOI 10.1073/pnas.1910481116

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