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Forscher haben herausgefunden, dass Fettzellen Sonnenlicht wahrnehmen.

Unser Körper benötigt Sonnenlicht offenbar für wichtige Stoffwechselprozesse.
© simonapilolla/iStockphoto

Fr. 24. Januar 2020

Fettzellen nehmen Sonnenlicht wahr

Forscher aus Cincinnati in den USA haben herausgefunden, dass Fettzellen tief unter der Haut auf UV-Licht reagieren. Ein Mangel an Sonnenlicht könnte demnach das Risiko für Stoffwechselerkrankungen erhöhen, weil die Fettzellen anders arbeiten. Das berichten die Wissenschaftler im Fachblatt Cell Reports.

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Bei ihren Experimenten wollten die Forscher eigentlich herausfinden, wie Mäuse ihre Körpertemperatur kontrollieren. Dabei stellte sich heraus, dass natürliches Licht die Zusammenarbeit von weißen und braunen Fettzellen reguliert, um andere Zellen mit Energie zu versorgen.

Die Forscher ließen die Mäuse dazu bei etwa vier Grad Celsius frieren, um herauszufinden, wie sie Wärme produzieren. Es zeigte sich, dass die Erzeugung von Wärme beeinträchtigt war, wenn den Mäusen ein lichtempfindliches Gen namens OPN3 fehlte und wenn kein blaues Licht mit einer Wellenlänge von 480 Nanometern vorhanden war – diese Wellenlänge ist ein natürlicher Bestandteil des Sonnenlichts, kommt bei den meisten künstlichen Lichtquellen aber nur in geringen Mengen vor.

Sonnenlicht hilft bei der Wärmeproduktion

Blaues Licht brachte mit Hilfe des OPN3-Gens weiße Fettzellen dazu, Fettsäuren in die Blutbahn freizusetzen und so Energie für andere Zellen bereitzustellen. Braune Fettzellen verbrennen die Fettsäuren bei frierenden Mäusen, um Wärme zu erzeugen. Mäuse ohne das OPN3-Gen konnten weniger Wärme produzieren. Aber auch normale Mäuse mit dem richtigen Gen konnten in Licht, dem die blaue Wellenlänge fehlte, schlechter Wärme erzeugen.

Zu viel Zeit in Innenräumen ohne Sonnenlicht zu verbringen, könnte demnach wichtige Stoffwechselprozesse negativ beeinträchtigen und das Risiko für gewisse Krankheiten erhöhen, zum Beispiel für das metabolische Syndrom. Ob die Ergebnisse auch auf Menschen übertragen werden können, muss jedoch noch weiter untersucht werden.

ZOU

Quelle: DOI 10.1016/j.celrep.2019.12.043

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