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Tabakrauch kann sich auch an Kleidung, Teppichen und Möbeln festsetzen.

Rückstände von Tabakrauch auf Kleidung und Möbeln sind offenbar ein bislang unterschätztes Gesundheitsrisiko.
© iStock.com/Jana Loesch

Fr. 06. März 2020

Rauch aus dritter Hand: Schädlicher als gedacht?

Nicht nur Passivrauchen ist eine Gefahr für die Gesundheit: Zigarettenrauch kann auch an Kleidung, Vorhängen, Teppichen und Möbeln haften, und zwar in unerwartet großen Mengen: Forscher berichten, dass dieser sogenannte "Rauch aus dritter Hand" vergleichbar mit Passivrauchen von ein bis zehn Zigaretten ist.

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Am Körper und der Kleidung von Rauchern und Passivrauchern haften schädliche Substanzen aus Zigarettenrauch. Diese Restkontamination kann durchaus größere Konzentrationen erreichen, berichten Wissenschaftler der Yale University und des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz, die mit hochempfindlichen Methoden eine Woche lang die Mengen an schädlichen Stoffen in der Luft eines Kinos gemessen haben, in dem Rauchverbot herrschte.

Reste von Tabakrauch im Kinosaal

Sie beobachteten, dass die Konzentration von verschiedenen flüchtigen organischen Verbindungen aus Tabakrauch dramatisch zunahm, als bestimmte Zuschauer zu den Filmen kamen. Dies war auch abhängig vom Genre der Filme: Bei Filmen, die sich eher rauchende Kinogänger ansahen, wurden viel größere Mengen dieser Verbindungen eingetragen. Die Mengen entsprachen etwa dem Passivrauchen von ein bis zehn Zigaretten pro Stunde und erreichten ihren Höhepunkt bei der Ankunft des Publikums. Im Laufe der Zeit nahmen sie ab, es blieb aber eine anhaltende Kontamination bestehen, die auch an folgenden Tagen im unbesetzten Theater zu beobachten war.

Schlecht belüftete Räume besonders riskant

Dies könnte erklären, warum in zahlreichen Nichtraucherumgebungen bemerkenswerte Mengen an Nikotin auf Oberflächen gefunden werden. "Menschen sind wesentliche Träger von Rauchverunreinigungen aus dritter Hand in andere Umgebungen. Daher ist die Vorstellung falsch, dass jemand vor den möglichen gesundheitlichen Auswirkungen von Zigarettenrauch geschützt ist, wenn er nicht direkt dem Rauch aus zweiter Hand ausgesetzt ist", folgerte Drew Gentner, Professor für Chemie und Umwelttechnik.

Er vermutet, dass in weniger gut belüfteten Räumen als dem modernen Kino, z. B. öffentlichen Verkehrsmitteln, Bars, Büros und Wohnungen, ähnliche Rauchemissionen aus dritter Hand wahrscheinlich zu erheblich höheren Konzentrationen vieler dieser Verbindungen führen.

ZOU

Quelle: DOI 10.1126/sciadv.aay4109

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