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Das Leben in Höhenlagen geht offenbar mit einem niedrigeren Risiko für chronische Krankheiten einher.

Menschen, die in großen Höhen leben, passen sich an ihre Umgebung an. Das führt offenbar auch dazu, dass das Risiko für gewisse Krankheiten abnimmt.
© iStock.com/Kardd

Fr. 24. April 2020

Leben im Hochgebirge senkt Risiko für chronische Krankheiten

Ein amerikanisches Forschungsteam hat festgestellt, dass Menschen, die weit oben im Himalaya leben, seltener an chronischen Erkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes-bedingter Blutarmut leiden. Sie gehen davon aus, dass dies mit einer Weitstellung der Blutgefäße und der Hemmung der Bildung roter Blutkörperchen bei dauerhaft in großen Höhen lebenden Menschen zusammenhängt.

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Die Forscher verglichen für die Studie die Gesundheit von Menschen, die in den Bergen im Südwesten Chinas leben, mit Chinesen aus niedrigen Höhenlagen. Dabei zeigte sich, dass die Bergbewohner ein deutlich geringeres Risiko für Bluthochdruck und Diabetes-assoziierter Blutarmut hatten. Prof. Katherine Wander von der Binghamton University in New York stellte fest: "Unsere Untersuchungen legen nahe, dass Anpassungen an Höhenlagen des Himalaya Auswirkungen haben, die über die Bewältigung einer geringen Sauerstoffverfügbarkeit hinausgehen. Sie scheinen auch das Risiko für Bluthochdruck und bei Diabetikern für Anämie zu senken."

Bessere Durchblutung in Höhenlagen

Aufgrund der Erweiterung ihrer Blutgefäße haben in großer Höhe lebende Menschen eine stärkere Durchblutung, was die Sauerstoffzufuhr bei niedrigem Blutsauerstoffgehalt sicherstellt. Die Forscher nehmen an, dass diese Weitstellung der Gefäße das Risiko für Bluthochdruck senkt. Zudem haben die Himalaya-Bewohner einen Mechanismus verloren, der normalerweise die Produktion roter Blutkörperchen bei einem niedrigen Blutsauerstoffgehalt ankurbelt. Dies könne den Forschern zufolge das Risiko für eine Blutarmut verringern, die häufig mit Diabetes einhergeht.

Wander meint: "Chronische Krankheiten sind ein globales Phänomen. Daher ist es wichtig zu verstehen, wie Unterschiede zwischen den Populationen mit dem Mechanismus chronischer Krankheiten interagieren. Anpassungen in großer Höhe sind nur ein Beispiel für eine solche Interaktion."

ZOU

Quelle: DOI 10.1002/ajpa.24032

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