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Wie das Gehirn auf Insulin reagiert, bestimmt mit, wo sich Fett im Körper anlagert.

Reagiert das Gehirn nur schlecht auf das Hormon Insulin, lagert sich Fett eher am Bauch an.
© iStock.com/huettenhoelscher

Mi. 29. April 2020

Gehirn bestimmt, wo Fettpolster entstehen

Die Insulin-Sensitivität im Gehirn wirkt sich auf die Verteilung des Körperfetts und das Gewicht aus: Wenn das Gehirn empfindlich auf Insulin reagiert, fällt es leichter abzunehmen und ungesundes Bauchfett langfristig loszuwerden. Menschen, deren Gehirn wenig oder gar nicht auf Insulin reagiert, nehmen dagegen schlecht ab, legen bald wieder an Gewicht zu und lagern Fett besonders im Bauchraum ein.

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Forscher haben 15 Personen seit Beginn eines 24-monatigen Programms zur Verbesserung des Lebensstils neun Jahre beobachtet und waren besonders an deren Insulinwirkung im Gehirn interessiert. Es zeigte sich, dass diese nicht nur das Körpergewicht, sondern auch die Fettverteilung im Körper beeinflusst: Personen mit einer hohen Insulin-Sensitivität im Gehirn profitierten stärker von dem Programm und reduzierten ihr Gewicht und das besonders ungünstige Bauchfett. Nach Ende des Programms konnten sie ihr Gewicht relativ gut halten. Personen, deren Gehirn nur schlecht auf Insulin ansprach, hatten dagegen nur in den ersten neun Monaten des Programms etwas Gewicht verloren. Noch während das Programm lief, legten sie wieder an Gewicht und Bauchfett zu.

Bauchfett gilt als besonders ungesund

Prof. Dr. Martin Heni vom Universitätsklinikum Tübingen kommentierte die Ergebnisse: "Unsere Studie zeigt einen neuen und zentralen Mechanismus, der die Fettverteilung beim Menschen steuert. Die Insulin-Sensitivität im Gehirn bestimmt, wo sich Fett anlagert." Bislang war unklar, warum die Fettspeicherung nicht bei allen Menschen am gleichen Ort erfolgt.

Im Gegensatz zu Fettpolstern an Po, Beinen und Hüften ist das am Bauch eingelagerte Fett besonders ungesund, weil es Botenstoffe produziert, die Entzündungen, Bluthochdruck und die Insulinabgabe ungünstig beeinflussen. Dadurch steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und einige Krebsarten. Die Wissenschaftler arbeiten bereits an Therapien, um die Insulin-Resistenz im Gehirn aufzuheben und so die Körperfettverteilung günstig zu beeinflussen.

ZOU

Quelle: DOI 10.1038/s41467-020-15686-y

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