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Forscher haben herausgefunden, dass es eine Placebo-Allergie wirklich gibt.

Forscher haben herausgefunden, dass allergische Reaktionen auch ohne das auslösende Allergen auftreten können.
© iStock.com/michaelpuche

Do. 07. Mai 2020

Placebo-Allergie durch bekannte Umgebung

Manchmal kommt es zu einer allergischen Reaktion, obwohl gar kein Allergen vorhanden ist. Wissenschaftler aus Tübingen sind diesem Placebo-Phänomen näher auf die Spur gekommen und haben festgestellt, dass die Umgebung und auch der Schlaf dafür eine wichtige Rolle spielt.

Die Forscher konnten bei Testpersonen eine allergische Reaktion auch ohne Allergene auslösen – einfach durch dieselbe Umgebung an zwei unterschiedlichen Tagen. Auch der Schlaf spielte für diese Form der Konditionierung eine wichtige Rolle: Beim ersten Termin hatten die Forscher Personen mit allergischem Schnupfen ein Spray mit Gräser- oder Birkenpollen verabreicht. Die Hälfte der Testpersonen durfte in der darauffolgenden Nacht schlafen, die andere Hälfte musste wach bleiben.

Eine Woche später kamen die Testpersonen nochmals, bekamen aber unwissentlich nur ein Nasenspray mit Salzlösung. Eine erneute "allergische Reaktion" trat nur auf, wenn die Teilnehmer nach der Verabreichung des Allergens geschlafen hatten. Teilnehmer, die nach dem ersten Termin nachts wach geblieben waren, reagierten nicht allergisch. Dabei wurden nicht nur die subjektiven Symptome der Probanden betrachtet, sondern die Stärke der allergischen Reaktionen wurden durch Messungen eines Enzyms im Nasensekret genau bestimmt.

Schlaf festigt Erinnerungen

Die Forscher schließen aus den Ergebnissen, dass Schlaf notwendig ist, um den Zusammenhang zwischen Umgebung und Allergen zu festigen. "Die Probanden reagierten schon kurz nach Betreten des Versuchsraums mit allergischem Schnupfen. Allerdings nur die aus der Schlafgruppe. Erstaunlich ist, wie schnell das Immunsystem die fehlangepasste Reaktion erlernt. Im Experiment genügte eine einzige Allergengabe, um die allergische Reaktion mit der Umgebung zu verknüpfen", sagte Dr. Luciana Besedovsky vom Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensneurobiologie der Universität Tübingen.

ZOU

Quelle: DOI 10.1073/pnas.1920564117

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