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Wie gern Kinder fernsehen schauen, hat offenbar mit ihrem Temperament zu tun.

Forscher haben untersucht, warum Fernsehen manche Kinder mehr fesselt als andere.
© iStock.com/Liderina

Mi. 26. August 2020

Warum manche Kinder mehr Spaß am Fernsehen haben

Gehirnreaktionen bei zehn Monate alten Babys, die kurze Videoclips ansehen, können offenbar vorhersagen, ob diese sechs Monate später gern bunte und schnelllebige Fernsehsendungen anschauen. Das zeigt eine neue Studie der University of East Anglia and Birkbeck in Großbritannien.

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Die Forscher ließen 48 Babys zehnmal einen 40-Sekunden-Clip aus dem Disney-Film "Fantasia" ansehen, der in zufälliger Abfolge kurz durch ein schwarz-weißes Schachbrett unterbrochen wurde. Den Lernprozess verfolgten die Forscher durch eine Messung der Gehirnaktivität mittels Elektroenzephalographie (EEG). Sie erwarteten, dass die Babys das Schachbrett bemerken würden, wenn sie das Video mehrmals gesehen hatten und dieses deshalb die Aufmerksamkeit der Kinder weniger fesselte.

Tatsächlich reagierten einige Babys schon früh auf das Schachbrett, während sie das Video noch kennenlernten. Andere haben sich dagegen mehr mit dem Video beschäftigt, obwohl es dazu eigentlich nicht mehr viel zu lernen gab.
Anschließend wurden die Eltern gebeten, Fragen zum Verhalten ihrer Babys zu beantworten – darunter die Frage, ob diese gerne rasante, farbenfrohe Fernsehsendungen sahen. Sechs Monate später wurden sie nochmals befragt. Dabei zeigte sich, dass Babys, die in dem vorherigen Experiment schnell auf Schachbrett reagierten, sechs Monate später lieber rasante und farbenfrohe Fernsehsendungen sahen als die anderen Babys.

Die Wissenschaftler folgern daraus, dass das Temperament von Kindern ihre Vorlieben und die Menge beim Fernsehen beeinflussen kann. Da die Babys mit zehn Monaten zu Hause kaum ferngesehen hatten, schließen sie weitgehend aus, dass dies die Ergebnisse verändert haben könnte. In weiteren Experimenten wollen die Forscher untersuchen, wie es zu diesen individuellen Unterschieden in der Aufmerksamkeit für Neues kommt, und ob sie sich durch die Umgebung beeinflussen lassen.

ZOU

Quelle: DOI 10.1111/infa.12356

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