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Da sage noch einer, Computerspielen hätte keinen Nutzen: Nur auf diese Weise konnte ein wissenschaftliches Rätsel gelöst werden.
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Mo. 19. September 2011

Computerspieler lösen Enzym-Rätsel

Wissenschaftler haben über zehn Jahre vergeblich versucht, das genaue Aussehen eines Enzyms herauszufinden, das für die Immunschwächekrankheit AIDS von entscheidender Bedeutung ist. Versierte Computerspieler haben es nun geschafft. Drei Wochen hat es gedauert.

Schlingen, Falten, Taschen – das Aussehen von Enzymen ist im wahrsten Sinne des Wortes eine verwickelte Angelegenheit. Ihr Aufbau aus Eiweißstoffen interessiert dabei nicht nur einige wenige Fachleute mit einer Vorliebe für wissenschaftliche Randgebiete. Die genaue Gestalt spielt beispielsweise für die Entwicklung von neuen Arzneimitteln eine entscheidende Rolle, denn, um wirken zu können, benötigen Arzneistoffe einen Angriffspunkt in dem wirren Knäuel.

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Eine der jüngsten "Enzym-Karten" haben nicht Wissenschaftler gezeichnet, sondern sogenannte Gamer, zu Deutsch: Menschen mit einer ausgeprägten Vorliebe für Computerspiele. Sie haben in drei Wochen erreicht, was Wissenschaftler in zehn Jahren nicht geschafft haben: Buchstäblich spielend haben sie die Gestalt einer sogenannten retroviralen Protease aufgeklärt. Das Enzym spielt eine große Rolle in dem Ablauf, wie HI-Viren heranreifen und sich vermehren. Wissenschaftler erhoffen sich durch die Entdeckung neue Impulse für die Entwicklung neuer wirksamer Arzneimittel gegen AIDS.

Zum Einsatz kam ein Spiel namens Fold-it (deutsch: Falte es). Dabei handelt es sich um eine Art räumliches Puzzle-Spiel, bei dem Spieler mit- und gegeneinander um das beste Raummodell eines Eiweißes konkurrieren. Intuition und das Erkennen von Mustern sind dabei besonders gefragt. "Der Einfallsreichtum der Gamer ist eine gewaltige Kraft", sagte Dr. Firas Khatib, Universität Washington in Seattle, Fachbereich Biochemie. "Wenn sie richtig eingesetzt wird, kann sie dazu beitragen, eine breite Palette von wissenschaftlichen Problemen zu lösen."

MP

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