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Junge Frau denkt nach.

"Wie war das noch gleich?" Das Gedächtnis leidet, wenn Frauen mit einer Dreimonatsspritze verhüten, sagen US-amerikanische Wissenschaftler.
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Do. 03. November 2011

Spritze zur Empfängnisverhütung schlägt aufs Gedächtnis

Viele Frauen entscheiden sich zur Empfängnisverhütung für die Drei-Monats-Spritze, um nicht jeden Tag an die Anti-Baby-Pille denken zu müssen. Ironischerweise scheint aber gerade diese Depot-Spritze das Gedächtnis zu stören. Das ist das Ergebnis einer Studie, die im Fachblatt Psychopharmacology erschienen ist. Demnach führte das in den Depot-Spritzen enthaltene Hormon Medroxyprogesteron im Tierversuch zu Gedächtnisstörungen.

Im Tierversuch haben amerikanische Forscher der Arizona State University in Phoenix und des University of North Texas Health Sciences Center in Fort Worth den Effekt des Depot-Hormons auf Ratten untersucht. Um die Merkfähigkeit zu untersuchen, wurden die Ratten in verschiedene Irrgärten gesetzt, in denen sie im Wasser versteckte Plattformen finden mussten. Da Ratten keine guten Schwimmer sind, ist ihre Motivation recht hoch, die versteckte Plattform möglichst schnell zu finden. Je besser sie sich an den Ort der Plattform erinnern, desto schneller fanden sie sie für gewöhnlich auch in einem zweiten Testdurchgang.

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Die Forscher untersuchten die Ratten über etwa ein Jahr. Eine Gruppe von Versuchstieren bekam das Hormon im jungen Erwachsenenalter, um eine Empfängnisverhütung mit dem Stoff zu simulieren. Eine weitere Gruppe bekam ihn erst, wenn die Wechseljahre schon begonnen hatten, da die Depot-Gestagene auch als Hormonersatztherapie beim Menschen eingesetzt werden. Eine dritte Gruppe Ratten bekam die Hormone sowohl vor als auch nach den Wechseljahren. Die Ergebnisse der behandelten Ratten wurden mit Test an Versuchstieren verglichen, die keinerlei Hormone bekommen haben.

Die Ergebnisse beschreiben die Forscher als ziemlich schockierend: Tiere, die das Hormon bekommen hatten, zeigten im Vergleich zu den Kontrolltieren ohne Hormontherapie eine beeinträchtigte Gedächtnisleistung. Das traf sowohl für die Tiere zu, die die Hormone noch einnahmen, als auch auf diejenigen, die sie nur als Jungtiere bekommen hatten. Obwohl also die Hormone an sich im Blut nicht mehr nachweisbar waren, war ihre Auswirkung auf das Gedächtnis noch deutlich erkennbar. In weiteren Versuchen wollen die Forscher nun klären, ob diese Effekte auch beim Menschen auftreten.

In Deutschland sind bisher zwei solcher Depot-Spritzen zugelassen. Diese Form der Empfängnisverhütung wird meist "reifen" Frauen empfohlen, deren Familienplanung abgeschlossen ist, frühestens jedoch ab dem 21. Lebensjahr. Die Dosis der Hormone ist relativ hoch, nach Absetzen der Spritze kann es bis zu 22 Monate dauern, bis wieder ein normaler Eisprung stattfindet.

KK

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