Sie sind in: Startseite Aktuelles Kurioses Freizügige Weibchen

Aktuelles

Eine Frau, drei Männer

Frauen, die mit mehreren Männern anbandeln: In der Tierwelt ist dieses Verhalten von Vorteil. Ob das auch auf die menschliche Gesellschaft übertragbar ist, bleibt (vorerst) Geheimnis der Wissenschaft.
© AZP Worldwide - Fotolia

Fr. 23. September 2011

Weibliche Freizügigkeit ist gut für die Gemeinschaft

Sexuelle Freizügigkeit von Weibchen schützt die Gemeinschaft vor den negativen Folgen von Inzest. Das behaupten Forscher der University of East Anglia in Großbritannien nach Untersuchungen an roten Mehlkäfern. Demnach suchen die Weibchen dieser Käferart häufiger unterschiedliche Sexualpartner, wenn ihre Gemeinschaft durch Inzucht gefährdet ist. Das stelle sicher, dass frisches Erbgut Eingang in die Gemeinschaft finde.

Warum haben viele Weibchen in der Tierwelt unterschiedliche männliche Sexualpartner, wo doch die Fortpflanzungsfähigkeit eines Männchens durchaus ausreichen würde? Und das obwohl Promiskuität gesundheitliche Gefahren für das Weibchen birgt? Diesen Fragen wollten die Forscher auf den Grund gehen. Dazu beobachteten sie rote Mehlkäfer, bei denen die Eier der Weibchen oft durch mehrere Männchen befruchtet werden, ein Vorgang den Biologen Polyandrie nennen. Polyandrie ist ein Konzept, das auch in höher entwickelten Lebewesen an der Tagesordnung ist: vom Seeigel zum Lachs über Hühner bis hin zu Schimpansen. Biologen waren bisher davon ausgegangen, dass diese Art der Fortpflanzung für das Weibchen eher Nachteile hat. Die Erkenntnisse der britischen Wissenschaftler aber zeigen, dass für die Population die Freizügigkeit der Weibchen durchaus sinnvoll sein kann – insbesondere wenn die Gefahr der Inzucht besteht.

Anzeige

Bei den roten Mehlkäfern war der Fortpflanzungserfolg der Weibchen abhängig davon, ob in ihrer Umgebung Inzest drohte oder nicht. In Inzest-freien Populationen spielte es keine Rolle, ob sich die Weibchen mit einem oder mehreren Männchen verpaarten. War die Population aber in sich geschlossen, paarten sich also häufiger nahe verwandte Tiere, ging der Fortpflanzungserfolg von Weibchen, die nur mit einem Männchen Nachwuchs zeugten, um 50 Prozent zurück.

Mit männlicher Unfruchtbarkeit hing dies nicht zusammen: Die Fortpflanzungsfähigkeit der Männchen war nicht eingeschränkt. Weibchen in der gleichen inzestuösen Population, die sich mit mehreren Männchen verpaarten, hatten hingegen den gleichen Fortpflanzungserfolg wie Weibchen in nicht-inzestuösen Populationen.

Die Forscher gehen davon aus, dass bei Inzest häufig genetische Probleme auftreten, so dass kein überlebensfähiger Nachwuchs entstehen kann. Durch ihre häufiger wechselnden Partner würden die Weibchen so versuchen, die Chance für eine Verpaarung mit einem genetisch passenden Partner zu erhöhen.

Die Erkenntnisse sind insbesondere für die Zucht von Tieren wie zum Beispiel Lachsen interessant. Bisher würden hier gezielt bestimmte Männchen und Weibchen verpaart. Für die genetische Vielfalt könnte es sinnvoller sein, der Natur ihren freien Lauf zu lassen. Ob diese Erkenntnisse auch für Frauen gelten - dazu haben sich die Forscher nicht geäußert.

KK

Kurioses

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Beeinflussen Allergien die Psyche?

Wer unter Asthma oder Heuschnupfen leidet, hat offenbar ein höheres Risiko.

Wie Bakterien die Leber schützen

Probiotika sind in der Lage, Gefahren für das lebenswichtige Entgiftungsorgan zu entschärfen.

Publikum hilft, die Leistung zu steigern

Durch Zuschauer erhöht sich der Anreiz, sich noch mehr anzustrengen.

Künstlicher Leberfleck warnt vor Krebs

Ein neues Implantat ist dazu in der Lage, die 4 häufigsten Krebsarten sehr früh zu erkennen.

Wer als Teenie kocht, isst später gesünder

Es zahlt sich aus, schon in jungen Jahren kochen zu lernen.

Bluthochdruck: Musik unterstützt Therapie

Musik zu hören, intensiviert die Wirkung von blutdrucksenkenden Medikamenten.

Studie zeigt: Lächeln wirkt cool

Keine Emotionen zu zeigen, wirkt dagegen eher unfreundlich und kühl.

Männer sind genauso eitel wie Frauen

Eine Umfrage zeigt: Jeder Zweite würde ohne Styling nie das Haus verlassen.

Frühaufsteher leben länger als Nachteulen

Ständig gegen die eigene innere Uhr zu leben, macht offenbar krank.

Live-Musik gleicht Hirnwellen an

Hört eine Gruppe von Menschen Live-Musik, synchronisieren sich ihre Hirnwellen.

Augenbrauen helfen, Gefühle zu deuten

Das könnte für das Überleben der Menschheit eine wichtige Rolle gespielt haben.

Schlaganfall durch gebrochenes Herz?

Das Broken-Heart-Syndrom erhöht das Risiko für einen Schlaganfall.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Anzeige

Signia geht im April auf Innovationstour

ABDAUnglaublich, was ein Hörgerät heute alles kann. Nicht mehr nur Medizinprodukt, sondern kleines Technikwunder. Erleben Sie die Innovationen rund um das Thema Hören im April live in Ihrer Stadt.

Lesen Sie hier mehr!

Anzeige

Service

Zum NAI-Gewinnspiel Zum NAI-Portal

Themenspecial: Besser hören

Frau mit Hut im GrünenIm Themenspecial Besser hören nennt aponet.de die besten Tipps und viel Wissenswertes, wie sich Tinnitus und Hörschäden vermeiden lassen und wie man ein schlechtes Gehör ausgleichen kann.

Alle weiteren Specials in der Übersicht finden Sie hier.

Wissen

Arzneimitteldatenbank

Informationen zu Arzneimitteln, Beschwerden oder Wirkstoffen.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen