Sie sind in: Startseite Aktuelles Kurioses Hirn reagiert auf Tierbilder

Aktuelles

Kuh Gehirn Epilepsie

Wetten, dass Ihr Gehirn beim Anblick dieser Kuh auf Hochtouren läuft?
© Alexander Wurditsch - Fotolia

Mo. 29. August 2011

Tierbilder reizen die "Grauen Zellen" besonders stark

In einer Studie der Universität Bonn mit 41 Epilepsiepatienten reagierten Gehirne der Teilnehmer besonders Intensiv auf Bilder von Tieren. Personen, Landschaften und Gegenstände riefen wesentlich weniger Reaktionen der "grauen Zellen" hervor. Die Hirnforscher sehen darin einen Hinweis auf einen uralten Jagd- und Schutzreflex.

In der Klinik für Epileptologie des Universitätsklinikums Bonn suchen viele Epilepsiepatienten Hilfe, bei denen eine medikamentöse Behandlung ihrer Erkrankung nicht zum Erfolg geführt hat. Um den Anfallsherd genau zu orten, pflanzen die Bonner Ärzte ihren Patienten routinemäßig Elektroden ins Gehirn und zeichnen die Aktivität während epileptischer Anfälle auf. Die eingepflanzten Sensoren zeigen aber nicht nur die Quelle epileptischer Anfälle, sondern auch andere Gehirnaktivitäten. Wissenschaftler können über diese direkte Verbindung ins Gehirn praktisch den grauen Zellen bei der Arbeit zusehen - eine Chance, die in Bonn seit langem für die Hirnforschung genutzt wird, indem man den Betroffenen Texte und Bilder zeigt und dann die darauf folgenden Gehirnaktivitäten beobachtet.

Anzeige

In der vorliegenden Studie wurden 41 Epilepsiepatienten Bilder von Tieren, Personen, Landschaften oder Gegenständen gezeigt. Sie fanden dabei Aktivität vor allem in der Amygdala, eine auch als "Mandelkern" bezeichnete Hirnregion des Menschen, die mit der Verarbeitung von Emotionen in Zusammenhang steht und die in beiden Gehirnhälften vorhanden ist. "Wir beobachteten, dass die rechte Amygdala häufiger, stärker und schneller auf Tierbilder reagiert als auf andere Bilder", berichtet der Leiter des Forschungsprojekts, Privatdozent Dr. Dr. Florian Mormann. Die linke Amygdala blieb während der Versuche ohne Aktivität.

Dass gesunde Patienten beim Betrachten von Tierbildern genauso reagieren, wiesen Mormann und sein Team mit Hilfe der funktionellen Kernspintomographie nach. Darüber hinaus fanden sie, dass dieses Phänomen unabhängig vom den emotionalen Inhalten der Bilder besteht und bei "niedlichen" Tieren genauso funktioniert wie bei Tieren, die nicht besonders attraktiv auf den Betrachter wirken.

Auch wenn sie die genaue Funktion dieser Nervenzellen noch nicht kennen, vermuten die Wissenschaftler, im Gehirn auf einen uralten Mechanismus gestoßen zu sein, der für das Überleben wichtig war. Demnach war der Anblick von Tieren auf jeden Fall von besonderer Bedeutung für unsere Vorfahren. Mormann sagt: "Die Amygdala ist evolutionsgeschichtlich eine sehr alte Struktur, und die rechte Hirnhälfte hat sich früh auf die Verarbeitung biologisch relevanter Reize spezialisiert. Der Anblick eines Tieres, das ein potentieller Angreifer oder aber eine fette Beute sein konnte, war sicherlich so ein besonderer Reiz."

RF/Uni Bonn

Kurioses

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Schwere Bettdecken gegen Schlaflosigkeit

Gewichtsdecken helfen dabei, ruhiger und besser zu schlafen.

Schützt eine Brille vor Corona?

Neue Daten weisen darauf hin, dass Brillenträger seltener an Covid-19 erkranken.

Heißes Bad beeinflusst Diabetes positiv

BMI, Blutzucker und Blutdruck lassen sich durch regelmäßiges Baden offenbar verbessern.

Wie Smartphones der Psyche helfen

Benutzerdaten von Smartphones erlauben Vorhersagen zum Verlauf psychischer Erkrankungen.

Reisekrankheit einfach abtrainieren

Das Lösen bestimmter Aufgaben soll Reiseübelkeit in Schach halten.

Kurze Massagen lindern Stress

Es reichen schon wenige Minuten, um die geistige und körperliche Entspannung zu steigern.

Dicke Beine können Vorteile haben

Fett an den Beinen könnte möglicherweise vor Bluthochdruck schützen.

Wie Arbeit Hunger unterdrücken kann

Wer konzentriert an etwas arbeitet, denkt dabei seltener an Essen oder Süßigkeiten.

Juckreiz: Besser streicheln als kratzen

Juckreiz lässt sich offenbar auch schonend lindern, wie Forscher herausgefunden haben.

Bienengift zerstört Krebszellen

Eine Substanz aus dem Gift der Honigbiene kann das Wachstum von Krebszellen unterdrücken.

Trotzen Viren bald Hitze und Chlor?

Forscher haben herausgefunden, dass sich Viren an ihre Umwelt anpassen.

Koffein-Nickerchen macht wach

Erst Kaffee, dann ein Power Nap: Die Reihenfolge ist entscheidend, zeigt eine neue Studie.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen