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Fingerabdruck

Nicht jeder hat einen Fingerabdruck. Eine genetische Besonderheit kann dafür sorgen, dass die Entwicklung des individuellen Fingerabdrucks nicht stattfindet.
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Mo. 08. August 2011

Wenn der Fingerabdruck fehlt

Jeder hat seinen ganz persönlichen Fingerabdruck. Wirklich jeder? Nicht ganz – in seltenen Fällen kommen Menschen mit gänzlich glatten Fingerspitzen auf die Welt. Woran das liegt, haben Wissenschaftler nun herausgefunden.

Eine genetische Besonderheit kann dafür sorgen, dass die Entwicklung des individuellen Fingerabdrucks nicht stattfindet. Welche die seltene Erscheinung verursacht, haben nun Wissenschaftler aus Israel ermittelt. Sie untersuchten eine Schweizer Familie, bei der mehrere Mitglieder diese sogenannte Adermatoglyphie – fehlende Fingerrillen – aufweisen. Eine Punktmutation – die minimale Veränderung an einer kleinen Untereinheit einer Erbanlage – reicht dafür bereits aus. Ohne diese Veränderung ist die Bildung der unverwechselbaren Fingermuster bereits 24 Wochen nach der Befruchtung der Eizelle abgeschlossen.

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Immigrations-Verzögerungs-Leiden wird das Fehlen der Fingerabdrücke zuweilen auch genannt, denn es kann die Einreise in Staaten erschweren, die sogenannte biometrische Daten verlangen. Auch auf anderen Gebieten wird die Identifikation per Fingerabdruck angewendet oder zumindest versucht – häufig ist der Einsatz nicht ganz unumstritten.

Auch einige Arzneimittel können zu Fingerabdruck-freien Fingern führen. So brachte die als Fuß-Hand-Syndrom bekannte Nebenwirkung des Krebsmedikaments Capecitabin einen Patienten aus Singapur bei der Einreise in die USA in Bedrängnis. Der krebskranke Mann wurde dabei vier Stunden lang festgehalten, da die Kontrolleure keinen Fingerabdruck bei ihm fanden.

Capecitabin hatte die Fingerrillen des 62-jährigen Mannes zerstört. Das Fuß-Hand-Syndrom ist gekennzeichnet durch Hautveränderungen, die mit Abschuppungen, Blasenbildungen, Blutungen und einer Schwellung einhergehen. Capecitabin ist nicht das einzige Medikament, das dieses Syndrom auslösen kann. Die Komplikation kann zum Beispiel auch unter 5-Fluoro-Uracil, Doxorubicin, Vinorelbin, Docetaxel auftreten.

MP

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