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Muffins statt oralem Glucose-Toleranztest: Ob der Blutzucker normal reguliert wird oder ein Diabetes droht, lässt sich auch mit dem süßen Gebäck prüfen.
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Fr. 28. Oktober 2011

Der "Muffin-Test" zeigt Diabetes

Was wäre Ihnen lieber: ein Muffin oder ein "oraler Glukose-Toleranztest"? Keine Frage, oder? Amerikanische Wissenschaftler sehen das genauso. Sie schlagen vor, zur Diagnose des Diabetes statt des Tests mit dem sperrigen Namen einfach einen Muffin einzusetzen.

Um zu klären, ob der Blutzucker normal reguliert wird oder ein Diabetes droht, müssen Patienten einen oralen Glukose-Toleranztest absolvieren. Dabei trinken sie eine definierte Menge Zuckerwasser und lassen dann über mehrere Stunden regelmäßig ihren Blutzucker prüfen. Wissenschaftler des Albert Einstein College of Medicine in der Bronx, New York, wollen den Zuckercocktail, den viele Patienten als übel schmeckend empfinden, gegen einen Muffin ersetzen. In einer Studie zeigten sie, dass die kleinen Törtchen zur Diagnose des Diabetes ebenso geeignet sind wie das Zuckerwasser.

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In der Studie gaben die Wissenschaftler 73 Frauen im Alter von 40-50 Jahren einen Muffin statt der Zuckerlösung, um den oralen Glukose-Toleranztest durchzuführen. Zwölf dieser Testpersonen absolvierten den Test zusätzlich auf herkömmliche Weise mit dem standardisierten Zuckerwasser.

Augrund des Muffin-Tests wurde bei acht der 73 Teilnehmerinnen der Verdacht auf einen Diabetes mellitus gestellt. Darunter befanden sich auch zwei der zwölf Frauen, die nachher noch den Standard-Test absolvierten. Erstaunlicherweise hatte aber nur eine dieser beiden Frauen im oralen Glukose-Toleranztest mit der Zuckerlösung auffällige Blutzuckerwerte.

Den Wissenschaftlern zufolge sei also ein "Muffin-Test" eine echte Alternative zur Zuckerlösung, die bei vielen Patienten Übelkeit auslösen würde. Zudem sei ein klassischer Muffin deutlich günstiger als die standardisierte Lösung und sehr viel näher an dem, was Menschen im täglichen Leben essen. Daraus ergäben sich lebensnähere Ergebnisse.

Kritiker hingegen sehen keinen Sinn darin, die Zuckerlösung gegen Backwaren zu ersetzen. Zum einen gäbe es keine "standardisierten" Muffins. Wie viel Zucker sie enthalten, hängt von der Zubereitung und damit der Bäckerei ab. Zudem seien Zuckerlösungen deutlich länger haltbar als frisches Gebäck. Die Diskussion darüber, ob man Zuckerlösungen, einen Muffin, Gummibären oder Kekse für den Test einsetzen würde, würde ohnehin das Hauptaugenmerk von einer viel wichtigeren Tatsache ablenken: dass viel zu viele Menschen einen beginnenden Diabetes mellitus haben, ohne es zu wissen. Womit man diese Menschen testet, ist da nebensächlich – Hauptsache sie würden überhaupt auf die Zuckerkrankheit hin untersucht.

KK

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