Sie sind in: Startseite Aktuelles Kurioses Muscheln richten sich nach der Sonne

Aktuelles

Muscheln am Strand

Muscheln richten sich eher nach dem Tag-Nacht-Rhythmus als nach den Gezeiten.
© Katrin Henning - Fotolia

Di. 13. September 2011

Tag- und Nachtrhythmus auch für Muscheln wichtig!

Viele Muscheln verbringen einen Großteil ihres Lebens in absoluter Dunkelheit zwischen ihren harten Schalen. Dennoch scheint der Tag-Nacht-Rhythmus auch für Muscheln, die ihr gesamtes Leben im Dunkeln verbringen, eine extrem große Rolle zu spielen. Das zumindest behaupten Wissenschaftler des USC Dornsife College of Letters, Arts and Sciences in Los Angeles, USA.

Der Tag-Nacht-Rhythmus beeinflusst das Leben auf der Erde deutlich stärker als bisher angenommen. Zwar weiß man schon lange, dass die Auslesung des Erbgutes, die so genannte Gen-Expression, in allen Organismen zum Teil bestimmten Rhythmen unterliegt: Bei Landlebewesen orientiert sich ein Teil der Gen-Expression am Tagesrhythmus.

Anzeige

Muscheln hingegen verbringen ihr gesamtes Leben in der Dunkelheit zwischen den Muschelschalen, bei Flut umspült vom Meer und bei Ebbe freigelegt. Bei Ebbe verschließen sich die Muscheln fest. Bei Flut fressen und "atmen" sie, nehmen also Sauerstoff und Nährstoffe aus dem sie umgebenden Wasser auf. Vorherrschender Taktgeber der Muscheln sollten also die Gezeiten sein – würde man meinen. Tatsächlich wird aber der Löwenanteil des Erbgutes von Muscheln abhängig vom Tagesrhythmus ausgelesen. Das haben die Forscher in einem aufwändigen Versuch festgestellt.

Sie hielten die Muscheln in einem Aquarium mit künstlichen Gezeiten, in denen alle sechs Stunden Ebbe und Flut wechselten. Alle zwei Stunden entnahmen die Wissenschaftler Proben der Muscheln und untersuchten sie – über einen Zeitraum von vier Tagen und Nächten.

Dann verglichen die Forscher die Ergebnisse mit denen aus einer weiteren Untersuchung, in der natürliche Bedingungen herrschten. Dazu hatten sie die Muscheln in einem Hafenbecken abgelassen – diesmal für 50 Stunden. Die Ergebnisse überraschten: Von den Genen, deren Auslesung sich nach einem bestimmten Rhythmus richtete, wurden 80 bis 90 Prozent von der Tageszeit und nicht etwa den Gezeiten beeinflusst.

KK

Kurioses

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Hilft Musik beim Vokabelnlernen?

Forscher haben untersucht, welche Rolle Hintergrundmusik beim Lernen spielt.

Tomaten halbieren das Hautkrebs-Risiko

Eine neue Studie deutet auf den schützenden Effekt hin.

Wie Chilis Diabetikern helfen könnten

Der Inhaltsstoff Capsaicin hat eine positive Wirkung auf den Blutzuckerspiegel.

Deswegen löst Eis Kopfschmerz aus

Eine Ärztin aus Texas hat eine neue Erklärung für den sogenannten Hirnfrost.

Gesunde Knochen dank Fußball?

Es geht auf dem Platz zwar oft ruppig zu, trotzdem hat Fußball gesundheitliche Vorteile.

Großzügige Menschen sind glücklicher

Dazu muss man nicht mit Geld um sich werfen, wie Forscher zeigen.

Große "Sitzfläche", große Haftkraft?

Wann sich Bakterien besonders gut an Oberflächen festhalten können.

Schönheit steht auf dem Kopf

Menschen empfinden ein Gesichte schöner, wenn sie es auf dem Kopf stehend betrachten.

Wenn das Pflaster mitdenkt

Mit dem neuen Pflaster könnten Pfleger von außen erkennen, wann eine Wundauflage gewechselt werden muss.

Weniger Hirnleistung während der "Tage"?

Forscher haben ermittelt, wie sich Hormonschwankungen auf das Gehirn auswirken.

Forscher entwickeln probiotisches Bier

Sie erhoffen sich einen Zusatznutzen für den Darm und das Immunsystem.

Diabetes durch dreckige Luft?

Forscher prüften, was es mit diesem Verdacht auf sich hat. Mit unerwartetem Ergebnis.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen