Sie sind in: Startseite Aktuelles Kurioses Rektalsalbe stoppt Schlangengift

Aktuelles

Schlange

Nach einem Schlangenbiss zählt jede Minute - eine Rektalsalbe kann die rasche Ausbreitung des Gifts im Körper verhindern.
© erllre - Fotolia.com

Fr. 01. Juli 2011

Rektalsalbe als Erste Hilfe bei Schlangenbissen

Wer im australischen Busch unterwegs ist, sollte immer eine Hämorrhoidensalbe dabei haben. Denn rund um einen Schlangenbiss aufgetragen, kann sie das Gift aufhalten.

Hämorrhoidensalben mit dem Wirkstoff Glyceroltrinitrat können die Verbreitung eines Schlangentoxins im Körper verlangsamen. Dadurch bleibe den Betroffenen mehr Zeit, bis ein Antiserum bereit stehe. Das zeigen erste Versuche australischer Forscher rund um Dirk van Helden von der Universität von Newcastle in Callaghan.

Anzeige

Schlangengift wird nicht direkt ins menschliche Blut aufgenommen. Die relativ großen Schlangentoxine verbreiten sich im Körper zunächst über die Lymphe. Das in der Rektalsalbe enthaltene Glyceroltrinitrat - auch Nitroglycerin genannt - hemmt den Pumpmechanismus des lymphatischen Systems. Wenn der Gebissene sich über das Schmieren hinaus nicht bewegt, ist die erste Hilfe perfekt. An Schlangengift sterben nach Angaben der Forscher jedes Jahr rund 100 000 Menschen. Weitere 400 000 müssen nach Bissen der Schuppentiere amputiert werden.

Van Helden und die anderen Wissenschaftler spritzten den Testpersonen eine ungefährliche Substanz in den Fuß, um einen Schlangenbiss zu simulieren. Mit Spezialkameras ließ sich die Ausbreitung im Körper verfolgen. Die Testsubstanz benötigte im Mittel etwa eine Viertelstunde bis zum Erreichen der Lymphknoten in der Leistengegend. An einem zweiten Tag wurde der Versuch wiederholt. Diesmal wurde die Stelle des simulierten Schlangenbisses jedoch mit der Rektalsalbe eingerieben. Das Ergebnis: Die Substanz benötigte im Mittel beinahe eine Stunde, bis sie das Blutsystem erreichte. Bedingung der Tests war, dass die Teilnehmer während der Prozedur still liegen blieben, um die Bewegung der Lymphflüssigkeit nicht durch Muskelbewegungen zu beeinflussen.

In Versuchen mit Ratten wurde echtes Gift der australischen Östlichen Braunschlange gespritzt. Die Ausbreitungsdauer des Gifts verlängerte sich durch das Auftragen der Hämorrhoidensalbe um 6 Minuten. Satte 31 Minuten dauerte es länger, bis es bei den Ratten zum Atemstillstand kam. Die Wissenschaftler betonten jedoch, dass die Tests auch noch mit anderen Schlangengiften durchgeführt werden müssten, da diese unterschiedlich wirkten.

FH

Kurioses

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Gesunde Zähne dank Rotwein?

Zwei Inhaltsstoffe schützen offenbar vor Karies und Parodontitis.

TV-Patienten sterben dreimal häufiger

Forscher haben die Serie Grey's Anatomy mit realen Krankenhausdaten verglichen.

Hacking-Angriff auf Herzschrittmacher?

Theoretisch es möglich, die Geräte zu hacken, warnen Forscher.

Gut in Snapchat, schlecht in Mathe?

Forscher haben untersucht, ob soziale Medien die schulischen Leistungen beeinflussen.

Schadet Putzen der Lunge?

Chemische Putzmittel könnten für die Lunge so gefährlich sein wie Zigaretten.

Haustiere sind Seelentröster

Vom Goldfisch bis zum Hund: Tiere können Menschen mit psychischen Erkrankungen helfen.

Bei Kinderwunsch besser keine Limo

Gezuckerte Getränke schaden der Fruchtbarkeit - egal welcher der Partner sie trinkt.

Humor: Selbstironie stärkt die Psyche

Hin und wieder ein Scherz auf eigene Kosten macht sympathisch und ausgeglichen.

Milliarden von Viren "fallen" vom Himmel

Eine erstaunliche Anzahl von Viren und Bakterien zirkuliert in der Atmosphäre der Erde.

Studie: Darum gibt es Sex

Offenbar hat die Sauerstoffatmung etwas damit zu tun, wie Forscher nun zeigen.

Macht der Frühjahrsputz krank?

In manchen Gebieten Deutschland besteht die Gefahr, sich mit dem Hanta-Virus zu infizieren.

Schadet schummriges Licht dem Gehirn?

Eine neue Studie deutet darauf hin, dass dies die Struktur des Gehirns verändert.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen