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Hand mit Organspendeausweis

Wer einen Organspendeausweis ausfüllt, kann darin seine Bereitschaft zur Organspende dokumentieren.
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Do. 13. Oktober 2011

Großbritannien: Gratisbeerdigung als Anreiz zur Organspende

Deutlich mehr Menschen stehen auf der Warteliste für Organe als es Spender gibt. Das ist nicht nur in Deutschland so. Um die Bereitschaft zur Organspende zu erhöhen, könnten die Briten zu ungewöhnlichen Mitteln greifen: Der Bioethikrat in Großbritannien hat kürzlich vorgeschlagen, die Kosten für die Beerdigungen von Organspendern aus der Staatskasse zu zahlen.

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Damit, so hofft das Nuffield Council Bioethics Committee, könne die Zahl der Organspender deutlich erhöht werden. Gut 1.000 Menschen versterben jedes Jahr in Großbritannien, während sie auf der Warteliste für ein dringend benötigtes Spenderorgan stehen – das sind etwa 3 Menschen am Tag. Dass der Staat mit Gratis-Beerdigungen für Organspender keine unnötigen Ausgaben mache, errechnete der Ethikrat ebenfalls: Im Durchschnitt koste eine Beerdigung in Großbritannien um die 7.000 Pfund (etwa 8.000 Euro). Allein eine einzelne Nierentransplantation würde dem Gesundheitssystem 13.000 (rund 15.000 Euro) Pfund an Ausgaben für Dialyse und Medikamente ersparen – jedes Jahr. Allein im Jahr 2008 hätten das Britische Gesundheitssystem 50 Millionen Pfund (gut 57 Millionen Euro) durch verringerte Behandlungskosten nach Transplantationen gespart.

Kritiker einer solchen Regelung meinen, die Entscheidung für oder gegen eine Organspende dürfe nie von finanziellen Anreizen abhängig gemacht werden. Sie fürchten, dass kranke Menschen sich womöglich für eine Organspende entscheiden, nur um ihrer Familie die Kosten für die Beerdigung zu ersparen.

Egal, was die britische Regierung zu diesem Thema beschließt, sie rückt das Thema Organspende erneut in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Erst im Jahr 2007 sorgte die "Groote-Donor-Show" im niederländischen Fernsehen für Aufsehen. Hierbei spielten drei Kandidaten, die eine Spenderniere brauchten in einer Art Spielshow um die Niere einer Spenderin. In dem Moment, als sich die Spenderin für einen der Kandidaten entscheiden sollte, enthüllte der Moderator, dass die gesamte Show inszeniert war. Die Macher der Sendung wollten lediglich auf das Thema Organspende aufmerksam machen.

KK

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