Arzneimittel

Apotheken verursachen nur geringe Kosten

14.01.2013

Die Kosten, die sich durch die Arzneimittelversorgung über Apotheken ergeben, machen nur einen kleinen Teil unter den Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen aus. Auch wenn oft das Gegenteil behauptet wird. Wie die Apotheken in Deutschland zur Kostenkontrolle beitragen, schlüsselt Stefan Fink, Vorsitzender des Thüringer Apothekerverbandes, in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. Januar 2013 auf.

Apothekerin berät Kundin mit Kind.
Auf die Arbeit der Apotheken entfielen im Jahr 2011 lediglich 2,3 Prozent der Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherungen.
© ABDA

Im Jahr 2011 haben die gesetzlichen Krankenkassen insgesamt rund 180 Milliarden Euro ausgegeben. Davon entfielen lediglich 2,3 Prozent, das sind umgerechnet 4,2 Milliarden Euro, auf die Apotheken. Davon werden indirekt 21.000 Apotheken mit ihren 150.000 Beschäftigten finanziert. Fink: "Der Anteil des Apothekenhonorars ist also ziemlich gering." Und, was erstaunlich ist: "Die Kassen geben mehr als das Doppelte für sich selbst aus als für alle Apotheken zusammen!" Grund: Die Verwaltungskosten der Krankenkassen machen nämlich rund 5,2 Prozent, also 9,4 Milliarden Euro, ihres eigenen Gesamtbudgets aus.

Opfer aber werden von den Apothekern verlangt: Sie müssen einen Teil ihres offiziellen Honorars an die Krankenkassen abführen. Das Festhonorar pro rezeptpflichtigem Arzneimittel bekommt der Apotheker gleichermaßen vom Privatpatienten und der gesetzlichen Krankenkasse. Letztere bekommen davon jedoch einen bestimmten Abschlag, wenn sie innerhalb von zehn Tagen dem Apotheker die entstandenen Kosten erstatten, informiert der Experte.

Die Krankenkassen profitieren aber noch auf andere Weise: Sie müssen nicht den sogenannten Apothekenverkaufspreis bezahlen, sondern viel weniger. "Per Gesetz sind der Herstellerabschlag, der Apothekenabschlag und die Patientenzuzahlungen genau geregelt. Darüber hinaus gibt es Rabattverträge, die einzelne Kassen mit einzelnen Herstellern abschließen können. Die Kasse bekommt einen Rabatt, die Hersteller dafür Marktanteile. Die Apotheker, die die Logistik, die Lagerhaltung und die damit verbundene Beratung abwickeln, bekommen dafür aber kein Extra-Honorar", erklärt Fink.

NAI

Das könnte Sie auch interessieren

Medikamente ohne Zuzahlung

Alle zwei Wochen neu: die aktuelle Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel.

Anzeige
Anzeige

Wirksame Gesichtspflege bei Rosacea

Rötungen im Gesicht können unangenehm sein. Die sebamed Forschung hat eine spezielle Pflegeserie…

Arzneimitteldatenbank

Medikamenten-Name oder Wirkstoff eingeben für mehr Informationen.

Telepharmazie

Sie suchen eine Apotheke mit Telepharmazieangebot?

Krankheiten von A - Z

In diesem Lexikon finden Sie umfassende Beschreibungen von etwa 400 Krankheitsbildern

Neue Apotheken Illustrierte

Alle 14 Tage neu in Ihrer Apotheke: Die NAI ist ein Magazin, das fundiert und leicht verständlich alle Fragen rund um die Gesundheit beantwortet.

nach oben
Notdienst finden