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Brustkrebs erkennen: Anleitung zum Abtasten

11.10.2019

Weil sich Brustkrebs im Frühstadium nicht durch Schmerzen oder andere Symptome bemerkbar macht, empfehlen Gynäkologen allen Frauen, einmal im Monat die Brust selbst abzutasten. Wie man dabei am besten vorgeht, lesen Sie hier.

Frauen sollten einmal im Monat die Brüste abtasten.
Brustkrebs kann auch junge Frauen treffen. Ärzte raten daher dazu, einmal im Monat die Brüste selbst abzutasten, um Veränderungen früh zu erkennen.
© Wavebreakmedia/iStockphoto

Laut Zahlen der Deutschen Krebsgesellschaft erkranken pro Jahr in Deutschland etwa 75.000 Frauen an Brustkrebs. Knapp ein Viertel, etwa 17.000 Frauen, stirbt daran, unter anderem, weil der Krebs manchmal zu spät erkannt wurde. Darauf weist die Krankenkasse Barmer in einer Pressemeldung hin. „Anders als andere Krankheiten macht sich Brustkrebs nicht durch Schmerzen bemerkbar. Stattdessen können Veränderungen an Brust und Brustwarze sowie Verhärtungen im Brustgewebe und an den Lymphdrüsen im Achselbereich auf eine Erkrankung hindeuten“, erklärt Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der Krankenkasse. Das regelmäßige Abtasten der Brust ist daher sehr wichtig.

Selbst abtasten: Schritt-für-Schritt-Anleitung

  • Bei Frauen vor den Wechseljahren lässt sich das Brustgewebe am besten eine Woche nach Beginn der letzten Regel abtasten. Zu diesem Zeitpunkt ist es besonders weich ist. Bei jungen Frauen mit ausgeprägtem Drüsengewebe kann es normal sein, dass sich dieses sehr knubbelig anfühlt. Bei Frauen in den Wechseljahren fühlt sich Brustgewebe meist insgesamt weicher an.
  • Sorgen Sie für gute Lichtverhältnisse und eine ruhige Atmosphäre.
  • Die Selbstuntersuchung wird am besten sowohl im Stehen, zum Beispiel vor einem Spiegel, als auch im Liegen durchgeführt.
  • Tasten Sie Ihre Brust mit den flach aufgesetzten Fingerkuppen der mittleren drei Finger ab – systematisch und flächendeckend, nach außen bis zum äußeren Rand des Brustmuskels in Richtung Achselhöhlen (bei gesenktem Arm), nach oben bis zum Bereich der Schlüsselbeine.
  • Kreisen Sie mehrmals an jeder Stelle und variieren Sie den Druck der Finger, um das Gewebe direkt unter der Haut als auch in der Tiefe zu erspüren.
    Drücken Sie auch Ihre Brustwarze zusammen, um herauszufinden, ob sie Flüssigkeit absondert.
  • Betrachten Sie Ihre Brüste im Spiegel im Hinblick auf Größen- und Hautveränderungen der Brüste und Brustwarzen.

Bei diesen Symptomen sollten Sie einen Gynäkologen aufsuchen:

  • Knoten im Brustgewebe: Knoten sind erst ab einer bestimmten Größe tastbar (ein bis zwei Zentimeter) und lassen sich nicht verschieben. Sie fühlen sich fest an und schmerzen meist nicht.
  • Brustwarzen: Verdächtig sind Absenkungen von Teilen oder der gesamten Brustwarze, Entzündungen, blutige und einseitige Absonderungen sowie Hautveränderungen
  • Größe und Bewegungsverhalten der Brust: Ein veränderter Größenunterschied sowie ein unterschiedliches Verhalten der Brüsten beim Heben der Arme sollte abgeklärt werden.
  • Hautveränderungen: Plötzliche Veränderungen der Hautstruktur (Großporigkeit) sowie nicht abklingende Rötungen und Entzündungen können ein Warnzeichen sein.

Die Selbstuntersuchung ersetzt nicht die Früherkennungsuntersuchung beim Frauenarzt. Mit zunehmendem Alter steige das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Frauen ab 30 Jahren können daher einmal jährlich eine Früherkennungsuntersuchung wahrnehmen. Zwischen 50 und 69 wird Frauen zudem alle zwei Jahre eine Mammographie empfohlen.

ke/PTA-Forum/NK

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