Schon bei 9- bis 12-Jährigen sind Energydrinks weit verbreitet. Eine große Befragung zeigt: Immer mehr Kinder probieren die koffeinhaltigen Getränke. Fachleute erklären, warum das gesundheitlich problematisch sein kann.

Fast jedes zweite Kind zwischen 9 und 12 Jahren hat bereits Energydrinks getrunken. Bei den 13- bis 15-Jährigen sind es rund sieben von zehn. Innerhalb von fünf Jahren haben diese Anteile deutlich zugenommen. Das ist gesundheitlich relevant: Hohe Koffeinmengen können unter anderem Schlaflosigkeit, Nervosität und Herzrasen auslösen.
Im Schuljahr 2025/26 hatten 46 Prozent der 9- bis 12-Jährigen bereits Erfahrungen mit Energydrinks – gegenüber 29,6 Prozent fünf Schuljahre zuvor. Bei den 13- bis 15-Jährigen stieg der Anteil von 60,1 auf 71,7 Prozent. Auch regelmäßigeres Trinken nahm bei Jugendlichen zu: Etwa jeder Dritte berichtete zuletzt monatlich Energy-Drinks zu trinken, fast jeder Fünfte wöchentlichen. Der tägliche Konsum blieb weitgehend unverändert: Zuletzt berichteten ihn 6,1 Prozent der Jugendlichen und 1,9 Prozent der Kinder.
Grundlage ist eine im Deutschen Ärzteblatt International veröffentlichte Auswertung des Präventionsradars. Dafür wurden Daten von mehr als 107.000 Teilnehmenden unter 16 Jahren aus den Schuljahren 2020/21 bis 2025/26 berücksichtigt. Die Angaben beruhen auf Selbstauskünften.
„Problematisch ist vor allem die Kombination aus Koffein, häufig viel Zucker und großen Portionsgrößen“, erklärt Professor Katharina Rathmann, Sozialepidemiologin an der Hochschule Fulda. Eine marktübliche 500-Milliliter-Dose enthält meist 160 Milligramm Koffein und rund 55 Gramm Zucker.
Dr. Felix Oberhoffer, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin und Ernährungsmediziner am Klinikum der Universität München, gibt zu bedenken: „Fallberichte zeigen, dass der akute Energydrink-Konsum, insbesondere in Kombination mit Sport, Alkohol oder bei Vorerkrankten, zu ernsthaften gesundheitlichen Zwischenfällen wie Herzrhythmusstörungen führen kann. Ein regelmäßiger und hoher Konsum kann langfristig die Entstehung von Bluthochdruck, Übergewicht und Zuckerstoffwechselstörungen befördern.“
Für Jugendliche ist außerdem wichtig: Wer Energydrinks mit Alkohol mischt, kann sich nüchterner fühlen, als er tatsächlich ist. Das Koffein kann die alkoholbedingte Müdigkeit überdecken. Reaktion, Urteilsvermögen und Koordination bleiben dennoch beeinträchtigt. Oberhoffer warnt zudem: „Man sieht, dass der tägliche Energydrink-Konsum mit einem ungesunden Lebensstil assoziiert ist – unter anderem Nikotin- und Cannabiskonsum sowie erhöhte Bildschirmzeit. […] Möglicherweise potenzieren sich hier die negativen kardiovaskulären Effekte des Energydrink-Konsums und des zusätzlichen ungesunden Lebensstils.“
Quelle: DOI 10.3238/arztebl.m2026.0129
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