Ein Gewichtsverlust wirkt sich positiv auf Fettleber und Zuckerstoffwechsel aus. Eine Studie zeigt jetzt: Wer besonders wenig Kohlenhydrate isst, könnte am meisten profitieren.

Wer Gewicht verliert, kann damit auch den Fettgehalt seiner Leber verringern und seinen Zuckerstoffwechsel verbessern. Eine klinische Studie deutet nun darauf hin, dass die Zusammensetzung der Ernährung dabei einen zusätzlichen Unterschied machen könnte.
Unter einer ketogenen Ernährung sank das Leberfett im Durchschnitt um 67 Prozent gegenüber dem Ausgangswert. Bei dieser Ernährungsform werden Kohlenhydrate stark reduziert und stattdessen vor allem fett- und proteinreiche Lebensmittel gegessen. Dadurch stellt der Körper seinen Stoffwechsel um und nutzt verstärkt Fett beziehungsweise daraus gebildete Ketonkörper als Energiequelle. Bei mediterraner sowie fettarmer, überwiegend pflanzlicher Ernährung waren es jeweils 45 Prozent. Dabei verloren die Teilnehmer aller drei Gruppen etwa zehn Prozent ihres Ausgangsgewichts.
Die Ergebnisse gelten zunächst für Menschen, bei denen Adipositas, Prädiabetes und Fettleber gemeinsam vorlagen.
An der Studie nahmen 42 Menschen teil. Sie wurden nach dem Zufallsprinzip einer von drei Ernährungsformen zugeteilt und erhielten während der etwa vier bis fünf Monate dauernden Untersuchung sämtliche Mahlzeiten vom Forschungsteam.
Die Kalorienmenge wurde so angepasst, dass die Teilnehmer in allen Gruppen ähnlich viel Gewicht verloren. Die ketogene Ernährung enthielt besonders wenige Kohlenhydrate: Nur vier Prozent der aufgenommenen Kalorien stammten daraus, während 73 Prozent aus Fett kamen.
Nach dem Gewichtsverlust zeigten sich folgende Unterschiede:
„Unsere Daten deuten darauf hin, dass eine Verringerung der Kohlenhydrataufnahme bei hohem Leberfettgehalt und Prädiabetes wichtige Wirkungen auf den Stoffwechsel haben kann, die über den Gewichtsverlust allein hinausgehen“, sagt Studienautor Samuel Klein von der Washington University School of Medicine.
Die Ergebnisse sprechen dafür, dass nicht nur der Gewichtsverlust, sondern möglicherweise auch die Zusammensetzung der Ernährung bestimmte Stoffwechselwerte beeinflusst. Allerdings verbesserten sich Leberfett und Stoffwechsel auch bei mediterraner und fettarmer Ernährung. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Cell Metabolism veröffentlicht.
Wie aussagekräftig die Unterschiede langfristig sind, lässt sich aus der Studie noch nicht ableiten. Mit 42 Teilnehmern war die Untersuchung klein und dauerte lediglich vier bis fünf Monate. Ob die Ernährungsformen langfristig Erkrankungen verhindern können, wurde nicht untersucht.
Hinzu kommt: Die Teilnehmer erhielten sämtliche Lebensmittel vom Forschungsteam und wurden wöchentlich von einer Ernährungsfachkraft begleitet. Wie gut sich insbesondere die sehr kohlenhydratarme ketogene Ernährung ohne diese intensive Unterstützung langfristig im Alltag umsetzen lässt, zeigt die Studie daher nicht.
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