Wer im Alter an Kraft verliert und beim Gehen unsicherer wird, profitiert von gezieltem Gehtraining. In einer Studie verbesserte sich die Gebrechlichkeit bei zügigem Gehen häufiger als bei gemütlichem Gehen.

Wer langsam gebrechlich wird, kann daran womöglich selbst etwas ändern. Eine Studie liefert Hinweise, dass ein zügiges, individuell betreutes Gehprogramm den Zustand verbessern kann. Nach 16 Wochen erreichten rund 70 Prozent der Teilnehmenden mit intensivem Training eine günstigere Einstufung ihrer Gebrechlichkeit. Bei gemütlichem Gehtraining waren es immerhin rund 46 Prozent.
Gebrechlichkeit kann sich unter anderem durch Erschöpfung, Muskelschwäche, langsames Gehen und geringe körperliche Aktivität zeigen. Sie geht mit einem erhöhten Risiko für Krankenhausaufenthalte einher.
An der in PLOS One veröffentlichten Studie nahmen 165 Menschen aus Seniorenwohnanlagen in den USA teil. Sie zeigten beginnende oder ausgeprägte Gebrechlichkeit. Die 105 Teilnehmer, deren Daten ausgewertet wurden, waren durchschnittlich 79 Jahre alt. Etwa zwei Drittel nutzten eine Gehhilfe.
Die Menschen wurden zufällig einem intensiven oder einem gemütlichen Gehprogramm zugeteilt. Beide Gruppen trainierten über 16 Wochen dreimal wöchentlich jeweils 45 Minuten. Geschulte Mitarbeiter begleiteten die Teilnehmenden und überwachten die Belastung. Zu Beginn wurde diese schrittweise gesteigert.
Für die abschließende Beurteilung der Gebrechlichkeit lagen Daten von 102 Teilnehmern vor: In der intensiven Gruppe verbesserten sich 32 von 46 Menschen um mindestens eine Kategorie, in der Vergleichsgruppe 26 von 56. Das bedeutete beispielsweise einen Wechsel von ausgeprägter zu beginnender Gebrechlichkeit. Nicht jeder war anschließend frei davon. Auch die übliche Gehgeschwindigkeit und die Strecke im Sechs-Minuten-Gehtest verbesserten sich mit intensivem Training stärker.
Bei rund 36 Prozent der ursprünglich aufgenommenen Teilnehmer fehlten Abschlussdaten. Berücksichtigten die Forschenden diese fehlenden Werte in ergänzenden Berechnungen, ließ sich der Vorteil bei der Gebrechlichkeit nicht mehr statistisch eindeutig nachweisen. Ob die Verbesserungen langfristig bestehen, bleibt ebenfalls offen.
Die Ergebnisse beziehen sich auf ein betreutes Programm mit vorab geprüfter Eignung der Teilnehmer. Wer ein solches Training erwägt, sollte deshalb zunächst klären lassen, welche Belastung individuell geeignet ist.
Quelle: DOI 10.1371/journal.pone.0357605
Wähle aponet.de als eine bevorzugte Nachrichtenquelle bei Google und entdecke unsere aktuellen Gesundheitsnews häufiger in deinen News-Empfehlungen.
Alle zwei Wochen neu: die aktuelle Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel.
Medikamenten-Name oder Wirkstoff eingeben für mehr Informationen.
Im Fokus diesmal: Wie lange man vor der Blutabnahme nüchtern bleiben muss, der Effekt von Bewegung…
aus Apotheke, Forschung und Gesundheitspolitik.
In diesem Lexikon finden Sie umfassende Beschreibungen von etwa 400 Krankheitsbildern