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Gut eingeschlafen, trotzdem müde? Welche Rolle Kaffee spielen könnte

Katrin Faßnacht-Lee  |  28.09.2026 10:41 Uhr

Koffein kann den Schlaf auch dann beeinflussen, wenn das Einschlafen leichtfällt. Hinweise darauf liefern Messungen der Hirnaktivität. Das sollten Kaffeetrinker wissen.

Frau, trinkt ihren Kaffee.
Koffein könnte die Tiefschlafphasen in der Nacht beeinflussen - sogar dann, wenn man ohne Probleme einschläft.
© PeopleImages/iStockphoto

Auch Kaffee am Morgen könnte sich auswirken

Wer nach einem Kaffee problemlos einschläft, merkt möglicherweise nicht, dass Koffein den Schlaf dennoch beeinflusst. Eine aktuelle Übersichtsarbeit beschreibt anhand bisheriger Forschung: In EEG-Aufzeichnungen kann sich unter Koffein die Aktivität langsamer Hirnwellen verringern. Diese ist ein wichtiges Merkmal des Tiefschlafs. Wie Menschen auf Koffein reagieren, ist sehr unterschiedlich. Bei manchen könnte sich selbst Kaffee am Morgen noch auf den Nachtschlaf auswirken.

Veränderungen im Schlaf bleiben oft unbemerkt

Ein EEG zeichnet die elektrische Aktivität des Gehirns auf. So lassen sich Veränderungen erkennen, die jemand selbst womöglich nicht bemerkt. „Das subjektive Gefühl, gut geschlafen zu haben, stimmt nicht immer mit dem überein, was wir in neurophysiologischen Aufzeichnungen beobachten“, erklärt Prof. Donata Kurpas von der Medizinischen Universität Breslau. Man könne ohne größere Schwierigkeiten einschlafen und sich morgens an kein Aufwachen erinnern, während das Gehirn weniger Merkmale des Tiefschlafs zeige. Die Übersichtsarbeit erschien im Fachjournal Nutrients.

Wer den Kaffeekonsum im Blick behalten sollte

Wie und wann Kaffee den Schlaf beeinflusst, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Neben dem Zeitpunkt kann auch eine Rolle spielen, wie viel Koffein jemand insgesamt über den Tag aufnimmt und ob der Körper bis zum Abend genügend Zeit hat, es abzubauen. Alter, Stress und individuelle Empfindlichkeit spielen laut Kurpas ebenfalls eine Rolle.

Koffein kann vorübergehend wacher machen und Müdigkeit weniger spürbar werden lassen. Doch das könnte manchmal zulasten der Erholung im Schlaf gehen. Erholt man sich nachts weniger gut, fühlt man sich am nächsten Tag möglicherweise müder und greift erneut zu Kaffee oder anderen koffeinhaltigen Getränken. Wer einen Zusammenhang vermutet, kann auf Menge und Zeitpunkt des Kaffeekonsums sowie auf das eigene Befinden am Morgen achten.

Quelle: DOI 10.3390/nu18081220

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