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Herzinfarkt vorbeugen: Diese neun Faktoren machen den größten Unterschied

02.10.2026 08:57 Uhr

Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte oder Diabetes bleiben oft lange unbemerkt und können Herz und Gefäße dennoch über Jahre schädigen. Experten nennen jetzt neun zentrale Stellschrauben für die Herzgesundheit. Eine davon wird häufig unterschätzt: Impfen.

Mann, bekommt ein Pflaster auf seinen Arm.
Studien zeigen, dass sich Impfungen positiv auf die Herzgesundheit auswirken.
© Jacob Wackerhausen/iStockphoto

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weiterhin die häufigste Todesursache in Deutschland. Umso wichtiger ist die Frage: Was kann jeder selbst tun, um Herzinfarkt und Schlaganfall vorzubeugen? Die Deutsche Herzstiftung, der Bundesverbands Niedergelassener Kardiologen und die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände geben wichtige Tipps. Hierzu zählen acht besonders wichtige Risiko- und Lebensstilfaktoren, die die Herzgesundheit maßgeblich beeinflussen. Ergänzend nennen sie Impfungen als neunten Schutzfaktor. 

Die größten Risiken bleiben oft lange unbemerkt

Besonders tückisch sind sogenannte „stille Gefäßkiller“ wie Bluthochdruck, erhöhte LDL-Cholesterinwerte und Diabetes. Sie können Herz und Blutgefäße über Jahre schädigen, ohne Beschwerden zu verursachen. Hinzu kommen weitere Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung und fehlende Erholung. Problematisch ist vor allem das Zusammenspiel mehrerer Belastungen: Treffen mehrere Risikofaktoren gleichzeitig aufeinander, steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen weiter an.

Die acht wichtigsten Hebel für ein gesundes Herz

Nach Angaben der Fachgesellschaften sollten besonders diese Faktoren im Blick behalten werden:

  • Blutdruck regelmäßig kontrollieren

  • Cholesterinwerte kennen

  • Blutzucker überprüfen lassen

  • Rauchfrei werden oder bleiben

  • Auf ein gesundes Körpergewicht achten

  • Herzgesund essen

  • Sich regelmäßig bewegen

  • Auf ausreichend Schlaf und Erholung achten

  • Empfohlene Impfungen durchführen lassen

Die Experten betonen dabei, dass Herzgesundheit keine Perfektion verlangt. Entscheidend sei, überhaupt mit einem erreichbaren ersten Schritt zu beginnen.

Mit kleinen Veränderungen starten

Wer raucht, profitiert besonders von einem Rauchstopp. Nach Angaben der Herzstiftung sinkt das Herzinfarktrisiko innerhalb der ersten zwei Jahre nach dem Aufhören um etwa die Hälfte. Auch bei Bewegung gilt: Jede Aktivität ist besser als keine. Empfohlen wird regelmäßige Bewegung mit niedriger bis mittlerer Intensität, etwa zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen. Ergänzend kann Kraftausdauertraining die Muskulatur stärken.

Bei der Ernährung raten die Experten zu mehr ballaststoffreichen Lebensmitteln, Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten. Zucker sowie stark verarbeitete Produkte sollten dagegen begrenzt werden.

Warum Impfungen auch das Herz schützen können

Ein Aspekt fällt besonders auf: Impfungen werden ausdrücklich als zusätzlicher Herzschutzfaktor genannt. Nach Angaben der Herzstiftung zeigen Studien, dass konsequente Impfungen positiv auf die Herzgesundheit auswirken. So könne eine Influenza-Infektion das Herzinfarktrisiko deutlich erhöhen. Deshalb empfehlen die Experten insbesondere älteren Menschen und Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen die von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen gegen Influenza, Pneumokokken, COVID-19 und RSV.

Für Prävention ist es nie zu spät

„Auch Apotheken tragen einen wichtigen Teil dazu bei, den Herzschutz in der Bevölkerung zu verbessern. Denn sie sind niedrigschwellig erreichbar und können Menschen sehr gut dabei unterstützen, gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen und bestehende Therapien sicher umzusetzen“, unterstreicht Apotheker Thomas Preis, Präsident der ABDA. „Im direkten Kontakt mit den Menschen in der Apotheke können wir helfen, Patientinnen und Patienten mit erhöhten Blutdruckwerten zu identifizieren und ihnen eine zeitnahe ärztliche Untersuchung anzuraten.“ Ein Beispiel dafür sei die bereits etablierte pharmazeutische Dienstleistung zur standardisierten Risikoerfassung bei Bluthochdruck. Im Rahmen dieser Dienstleistung können Apotheken die Überprüfung der Blutdruckeinstellung einmal pro Jahr bei Hochdruckpatientinnen und -patienten mit einer Beratung zu den gemessenen Blutdruckwerten anbieten. 

Die Botschaft der Experten ist eindeutig: Auch im mittleren oder höheren Lebensalter lohnt es sich, Risikofaktoren anzugehen. Regelmäßige Gesundheits-Checks, die Kontrolle von Blutdruck, Blutzucker und Blutfetten sowie realistische Veränderungen von Lebensstilgewohnheiten können dabei helfen, die Herzgesundheit langfristig zu verbessern.

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