Senioren

Herzinfarkt vorbeugen mit Stent oder Bypass?

21.07.2016

Sind die Herzkranzgefäße wegen einer koronaren Herzkrankheit verengt, stehen Betroffene oft vor der Frage: Stent oder Bypass-Operation? „Beide Behandlungsmethoden haben ihre Berechtigung“, sagt der Kölner Herzspezialist Prof. Dr. med. Erland Erdmann. Man müsse bei der Entscheidung individuelle Risiken wie Alter oder Begleiterkrankung berücksichtigen.

Stent- und Bypass-Operationen sollen einem Herzinfarkt vorbeugen.
Sind die Herzkranzgefäße verengt, gibt es zwei Möglichkeiten: Stent oder Bypass.
© Gennadiy Poznyakov - Fotolia.com

Sind ein oder zwei Gefäße betroffen, empfehlen Experten meist, die Verengungen mit Stents zu behandeln. Dabei handelt es sich um eine implantierte Gefäßstütze, ein feines, oft mit Medikamenten beschichtetes Metallgeflecht, das von der Leiste oder dem Handgelenk über einen Katheter in die Engstelle der Arterien geführt wird. Es dient dazu, die Arterie offen zu halten, nachdem die verengte Stelle zuvor mit einem Ballon aufgedehnt wurde. Sind dagegen mehrere Gefäße in Mitleidenschaft gezogen oder sind sie diffus und langstreckig erkrankt, wäre dies den Herzexperten zufolge eher ein Fall für eine Bypass-Operation. Bei dieser überbrücken Herzchirurgen die verengte Stelle mit Adern oder Venen aus dem Körper.

Nicht immer sei es jedoch eindeutig, welcher Eingriff die bessere Lösung für den Patienten sei, so Erdmann. Eine wichtige Rolle kann zum Beispiel die genaue Stelle spielen, an der sich eine Verengung befindet. Der Herzspezialist vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung erläutert dies am Beispiel des sogenannten Hauptstamms, einem Gefäßabschnitt der linken Herzarterie, bevor sich diese in zwei weitere Adern teilt. „Befindet sich die Verengung am Anfang oder Ende des Hauptstamms, ist eine Bypass-Operation ratsamer, weil dort das Implantieren des Stents schwieriger ist und zu Komplikationen führen kann“, sagt Erdmann. „Ist sie dagegen in der Mitte dieses Gefäßstücks, dann ist ein Stent besser.“ Bei Patienten mit Diabetes wiederum sei unter bestimmten Umständen auch bei einer Erkrankung von nur einem Gefäß eine Bypass-Operation der Stent-Behandlung vorzuziehen.

Deutsche Herzstiftung e.V./ HH

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