Kalorienverbrauch: So stark können Smartwatches danebenliegen

Katrin Faßnacht-Lee  |  08.09.2026 11:38 Uhr

Wer beim Sport auf die Kalorienanzeige seiner Smartwatch vertraut, kann sich kräftig verschätzen. In einer Studie lagen die Werte häufig 15 bis 25 Prozent daneben. Besonders ungenau waren die Angaben bei Teilnehmern mit höherem Körperfettanteil.

Ein leicht übergewichtiger Mann schaut beim Joggen auf seine Smartwatch.
Smartwatches sind gute Begleiter beim Sport. Beim Abnehmen helfen sie aber nur bedingt, da sie den Kalorienverbauch ungenau anzeigen.
© wsd.bih@gmail.com/iStockphot

Kalorienanzeige liegt oft 15 bis 25 Prozent daneben

Je nach Smartwatch lagen die Fehler beim Kalorienverbrauch typischerweise in einer Größenordnung von 15 bis 25 Prozent. Einzelne Messungen wichen noch deutlich stärker vom tatsächlichen Energieverbrauch ab. Zeigt eine Fitnessuhr beispielsweise 500 verbrannte Kilokalorien an, sollte man diesen Wert deshalb nicht als exakte Angabe verstehen.

Bei einer Uhr kam es wiederholt zu technischen Problemen. Teilweise zeigte das Gerät für ein gesamtes Training nur eine Kilokalorie an oder lieferte gar keinen Wert. Die fehlerhaften Daten wurden deshalb aus der Auswertung entfernt.

Vier Smartwatches müssen im Belastungstest zeigen, wie genau sie messen

Forschende der Florida International University testeten vier verschiedene Smartwatches bei 58 Erwachsenen. Sie absolvierten auf einem Liegefahrrad ein kontrolliertes Training mit abwechselnd mittlerer und hoher Intensität. Gleichzeitig ermittelte ein medizinisches Messgerät ihren tatsächlichen Energieverbrauch.

Bei höherem Körperfettanteil werden die Werte ungenauer

Mit zunehmendem Körperfettanteil wurden die Kalorienschätzungen ungenauer. Die Ursache ist noch nicht geklärt. Studienleiter Jason Kostrna vermutet, dass die für die Berechnung verwendeten Algorithmen eine Rolle spielen könnten.

Gerade beim Abnehmen kann die Abweichung relevant sein. „Man kann die angezeigte Zahl der verbrannten Kalorien nicht als genauen Wert betrachten, denn das ist sie nicht“, erklärte Kostrna. Wer die überschätzten Kalorien beim Essen wieder einplane, könne unbemerkt mehr Energie aufnehmen als verbrauchen.

Diese Smartwatch-Werte sind hilfreicher

Die Forschenden empfehlen, den angezeigten Kalorienverbrauch eher als Obergrenze zu betrachten und für eine vorsichtige Einschätzung abzurunden. Verlässlicher sind laut den Forschenden meist Angaben zur Herzfrequenz und zur Trainingszeit in verschiedenen Pulsbereichen. Sinnvoller als einzelne Tageswerte ist es zudem, die persönliche Entwicklung über einen längeren Zeitraum zu beobachten.

DOI: 10.1371/journal.pone.0353261

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