Gereifter Käse, laktosefreie Milch oder kleine Portionen Joghurt: Auch bei Laktoseintoleranz können Milchprodukte auf dem Speiseplan bleiben. Entscheidend ist, welche Mengen der Einzelne verträgt.

Wer Milchzucker nicht gut verträgt, muss meist nicht vollständig auf Milch und Milchprodukte verzichten. Häufig arbeitet das dafür zuständige Enzym Laktase noch in begrenztem Umfang. Deshalb können Betroffene oft eine gewisse Menge Milchzucker ohne nennenswerte Beschwerden essen oder trinken, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE).
Bei einer Laktoseintoleranz wird Milchzucker, auch Laktose genannt, nicht ausreichend gespalten. Er gelangt in den Dickdarm, wo Darmbakterien ihn abbauen. Dabei entstehen vor allem Gase und Säuren. Mögliche Folgen sind Blähungen, Durchfall, Bauchschmerzen und Völlegefühl.
Gouda, Edamer oder Parmesan können auch bei Laktoseintoleranz geeignet sein. Diese gereiften Käsesorten enthalten nur wenig Milchzucker, weil dieser während der Reifung abgebaut wird.
Auch nicht-wärmebehandelte Sauermilchprodukte wie Kefir, Quark und stichfester Joghurt werden laut DGE häufig gut vertragen. Sie enthalten zwar weiterhin Milchzucker, dieser wird aber von den Milchsäurebakterien langsam abgebaut. Ob und in welcher Menge sie bekömmlich sind, ist deshalb individuell verschieden.
Und noch ein Tipp: Essen Sie Milchprodukte kombiniert mit anderen Lebensmitteln
Für die Verträglichkeit zählt neben der Restaktivität des Enzyms auch, wie man laktosehaltige Lebensmittel aufnimmt. Die DGE empfiehlt, Milchprodukte auf kleine Portionen über den Tag zu verteilen, am besten kombiniert mit anderen Lebensmitteln und mit einer Mahlzeit zu kombinieren – etwa als Joghurt zum Dessert oder ein Klecks Schmand zum Essen.
Nach der ärztlichen Diagnose lässt sich die persönliche Verträglichkeitsgrenze durch eine Ernährungsumstellung in drei Phasen ermitteln:
Für Menschen, die weitgehend auf Milchprodukte verzichten sind laktosefreie Ersatzprodukte eine willkommene Alternative. Bei Soja-, Hafer-, Mandel- oder Reisdrinks empfiehlt die DGE Produkte mit zugesetztem Calcium und Jod. Bei vegetarischer oder veganer Ernährung sollten zusätzlich Vitamin B2 und Vitamin B12 enthalten sein. Ein Blick auf die Verpackung hilft bei der Auswahl.
Quelle: Die aktualisierte Infothek „Essen und Trinken bei Lactoseintoleranz“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) e. V.
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