SeniorenGesundheit

Lesertelefon: Gürtelrose – Schmerzen und Folgen verhindern

Natascha Koch  |  13.10.2021

Eine Gürtelrose kann starke Nervenschmerzen verursachen, die mitunter über Monate oder sogar Jahre anhalten können. Warum die Krankheit so tückisch ist, wie man sie behandelt und wie man sich schützen kann, dazu informieren Experten der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) am Donnerstag, 14. Oktober 2021, in der Sprechzeit.

Ältere Frau, hat eine Impfung erhalten.
Gegen Gürtelrose gibt es eine wirksame Impfung, die allen Menschen ab 60 Jahren empfohlen wird.
© Jelena Stanojkovic/iStockphoto

Eine Gürtelrose beginnt meist mit Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit und leichtem Fieber, nach zwei bis drei Tagen folgen die Nervenschmerzen. Dort, wo sich bald darauf die ersten Bläschen zeigen, die der Krankheit ihren Namen gaben: die Gürtelrose, medizinisch als Herpes zoster bezeichnet. Die juckenden Bläschen legen sich häufig halbseitig wie ein Band um den Körper, meist am Rumpf oder im Lendenbereich. Die eigentliche Gefahr der Erkrankung liegt in ihren möglichen Folgen: Die brennenden bis stechenden Schmerzen können auch nach Abheilen der Bläschen über Monate oder Jahre andauern. In etwa einem Drittel aller Fälle kommt es zu einer solchen Post-Zoster-Neuralgie oder anderen Komplikationen.

Das Virus, das die Gürtelrose auslöst, ist in den meisten Fällen ein alter Bekannter: Es ist dasselbe Virus, das die Windpocken verursacht und meist schon in der Kindheit in den Körper gelangt. Jeder, der an Windpocken erkrankt ist, kann eine Gürtelrose entwickeln. Bei mehr als 95 Prozent der Erwachsenen über 60 Jahre ist dies der Fall. Das Virus zieht sich nach Abklingen der Windpocken in Hirnnerven und Nervenwurzeln des Rückenmarks zurück, wo es Jahrzehnte überdauert, ohne Symptome zu verursachen. Reaktiviert wird es durch eine Schwächung des Immunsystems. Da die Immunabwehr des Körpers mit den Jahren nachlässt, ist das Alter einer der Hauptrisikofaktoren für die Gürtelrose: Zwei Drittel der Erkrankungen betreffen Menschen über 50 Jahren. Auch die Wahrscheinlichkeit eines schweren Krankheitsverlaufs nimmt mit dem Alter zu,  besonders bei den über 70-Jährigen .

Impfung für über 60-Jährige

Anders als bei anderen Viruserkrankungen schützt es nicht vor einer Ansteckung, dem Virus aus dem Weg zu gehen – es ist schließlich bereits im Körper. Der einzige wirksame Schutz besteht daher in der Impfung gegen das Virus, bevor es aus dem Schlaf erwacht. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen Frauen und Männern ab 60 Jahren die Impfung gegen Gürtelrose als Standardimpfung. Bereits ab dem Alter von 50 Jahren sollen sich laut STIKO alle Menschen impfen lassen, die ein erhöhtes Erkrankungsrisiko haben, zum Beispiel wegen einer chronischen Krankheit wie Rheuma, Diabetes, COPD oder Asthma.

Am 14. Oktober von 15 bis 19 Uhr unter 0800 - 0 60 40 00

Kann eine Gürtelrose erneut auftreten? Habe ich – abgesehen vom Alter – ein erhöhtes Erkrankungsrisiko? In welchem Abstand zu einer Corona-Impfung kann die Impfung gegen Gürtelrose erfolgen? Alle Fragen rund ums Thema Gürtelrose beantworten die Experten der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin in der Sprechzeit:

  • SanRat Dr. med. Oliver M.D. Emrich; Niedergelassener Facharzt für Allgemeinmedizin und Anästhesiologie, spezielle Schmerztherapie, Palliativmedizin, Leiter des Schmerz- und Palliativzentrums DGS (Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin) Ludwigshafen
  • Jan Meier; Niedergelassener Facharzt für Anästhesiologie, Spezielle Schmerztherapie, Palliativmedizin, Ärztl. Leitung und Gesellschafter des Schmerz- und Palliativzentrums Rhein-Main, Wiesbaden
  • Dr. med. Heinrich Binsfeld; Facharzt für Innere Medizin; Facharzt für Anästhesiologie; Notfallmedizin; Umweltmedizin; spezielle Schmerztherapie; Algesiologe DGS; DGS Leiter Ahlen/Drensteinfurt; Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS)

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