SeniorenGesundheit

Lesertelefon: Gürtelrose – Schmerzen und Folgen verhindern

NK/RF  |  30.03.2022

Eine Gürtelrose kann starke Nervenschmerzen verursachen, die mitunter über Monate oder sogar Jahre anhalten können. Warum die Krankheit so tückisch ist, wie man sie behandelt und wie man sich schützen kann, dazu informieren Experten der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) am Donnerstag, 31. März 2022, am gebührenfreien Lesertelefon.

Zwei ältere Frauen schlendern durch eine Stadt.
Mehr als 95 Prozent der Menschen über 60 tragen das Virus in sich, das die Gürtelrose verursachen kann.
© iStock.com/Yaroslav Astakhov

Während die meisten Menschen saisonale Risiken wie eine Grippe kennen und sich durch eine Impfung schützen, geraten Erkrankungen wie die Gürtelrose schnell aus dem Blickfeld. Doch eine Gürtelrose kann jeden treffen, der früher einmal an Windpocken erkrankt war - jederzeit. Die Erkrankung beginnt meist mit Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit und leichtem Fieber, nach zwei bis drei Tagen folgen die Nervenschmerzen. Dort, wo sich bald darauf die ersten Bläschen zeigen, die der Krankheit ihren Namen gaben: die Gürtelrose, medizinisch als Herpes zoster bezeichnet. Die juckenden Bläschen legen sich häufig halbseitig wie ein Band um den Körper, meist am Rumpf oder im Lendenbereich. Die eigentliche Gefahr der Erkrankung liegt in ihren möglichen Folgen: Die brennenden bis stechenden Schmerzen können auch nach Abheilen der Bläschen über Monate oder Jahre andauern. In etwa einem Drittel aller Fälle kommt es zu einer solchen Post-Zoster-Neuralgie oder anderen Komplikationen.

Das Virus, das die Gürtelrose auslöst, ist in den meisten Fällen ein alter Bekannter: Es ist dasselbe Virus, das die Windpocken verursacht und meist schon in der Kindheit in den Körper gelangt. Jeder, der an Windpocken erkrankt ist, kann eine Gürtelrose entwickeln. Bei mehr als 95 Prozent der Erwachsenen über 60 Jahre ist dies der Fall. Das Virus zieht sich nach Abklingen der Windpocken in Hirnnerven und Nervenwurzeln des Rückenmarks zurück, wo es Jahrzehnte überdauert, ohne Symptome zu verursachen. Reaktiviert wird es durch eine Schwächung des Immunsystems. Da die Immunabwehr des Körpers mit den Jahren nachlässt, ist das Alter einer der Hauptrisikofaktoren für die Gürtelrose: Zwei Drittel der Erkrankungen betreffen Menschen über 50 Jahren. Auch die Wahrscheinlichkeit eines schweren Krankheitsverlaufs nimmt mit dem Alter zu,  besonders bei den über 70-Jährigen .

Impfung für über 60-Jährige

Anders als bei anderen Viruserkrankungen schützt es nicht vor einer Ansteckung, dem Virus aus dem Weg zu gehen – es ist schließlich bereits im Körper. Der einzige wirksame Schutz besteht daher in der Impfung gegen das Virus, bevor es aus dem Schlaf erwacht. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen Frauen und Männern ab 60 Jahren die Impfung gegen Gürtelrose als Standardimpfung. Bereits ab dem Alter von 50 Jahren sollen sich laut STIKO alle Menschen impfen lassen, die ein erhöhtes Erkrankungsrisiko haben, zum Beispiel wegen einer chronischen Krankheit wie Rheuma, Diabetes, COPD oder Asthma.

Am 31. März von 15 bis 19 Uhr unter 0800 - 0 90 92 90

Wie hoch ist mein persönliches Risiko, an einer Gürtelrose zu erkranken? An welche Ärztin oder welchen Arzt soll ich mich wenden? Kann eine Gürtelrose mehrfach auftreten? Wie wird sie behandelt? Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Impfung? Alle Fragen rund ums Thema Gürtelrose beantworten die Experten der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin in der Sprechzeit:

  • SanRat Dr. med. Oliver M.D. Emrich; Niedergelassener Facharzt für Allgemeinmedizin und Anästhesiologie, spezielle Schmerztherapie, Palliativmedizin, Leiter des Schmerz- und Palliativzentrums DGS (Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin) Ludwigshafen
  • Jan Meier; Niedergelassener Facharzt für Anästhesiologie, Spezielle Schmerztherapie, Palliativmedizin, Ärztl. Leitung und Gesellschafter des Schmerz- und Palliativzentrums Rhein-Main, Wiesbaden
  • Norbert Schürmann; Facharzt für Anästhesiologie und Allgemeinmedizin, Algesiologe DGS, Departmentleiter der Abteilung für Schmerz- und Palliativmedizin, Leiter des Regionalen Schmerzzentrums DGS Duisburg/Moers, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V.
  • Dr. med. Heinrich Binsfeld; Facharzt für Innere Medizin; Facharzt für Anästhesiologie; Notfallmedizin; Umweltmedizin; spezielle Schmerztherapie; Algesiologe DGS; DGS Leiter Ahlen/Drensteinfurt; Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS)
  • Dr. med. Kai Hermanns; Facharzt für Anästhesiologie, Spezielle Schmerztherapie, Akupunktur und Chirotherapie, Algesiologe DGS, Leiter Regionales Schmerzzentrum Berlin-Prenzlauer Berg • Dr. med. Kay Niemier; Facharzt physikalische und rehabilitative Medizin, Facharzt Allgemeinmedizin, Spezielle Schmerztherapie, Palliativmedizin, Manuelle Medizin, Chefarzt Schmerz- und Rückenzentrum am Westmecklenburg Klinikum Helene von Bülow

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