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Lesertelefon: Unterstützung für stillende Frauen

Natascha Koch  |  06.10.2021

Die Natur hat es perfekt eingerichtet: Alles, was ein Baby in den ersten Lebensmonaten an Nahrung benötigt, ist in der Muttermilch enthalten. Trotzdem ist Stillen noch längst keine Selbstverständlichkeit - unter anderem, weil die Gesellschaft stillenden Frauen nicht die Unterstützung bietet, die sie benötigen. „Deutschland stillfreundlich machen“ – zu diesem Thema informieren Experten des Netzwerks „Gesund ins Leben“ anlässlich der diesjährigen Weltstillwoche am 7. Oktober 2021 am kostenfreien Lesertelefon.

Junge Mutter, stillt ihr Baby.
Muttermilch bietet einem Baby alles, was es in den ersten sechs Lebensmonaten braucht.
© tatyana_tomsickova/iStockphoto

Muttermilch ist für Babys gut verdaulich und enthält eine ideale Nährstoffzusammensetzung, die das Immunsystem des Kindes stärken, gegen Krankheitserreger wirken und Entzündungen hemmen. Gestillte Babys haben ein niedrigeres Risiko für Durchfallerkrankungen, Atemwegsinfekte und Mittelohrentzündungen. Langfristig entwickeln sie auch seltener Übergewicht und Typ-2-Diabetes. Und: Stillen fördert die starke Bindung zwischen Mutter und Kind, eine wichtige Grundlage für die emotionale Entwicklung. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt deshalb, Säuglinge in den ersten sechs Monaten ihres Lebens ausschließlich zu stillen.

Stillenden Frauen den Rücken stärken

Doch trotz seiner Bedeutung für Kind und Mutter ist das Stillen keine Selbstverständlichkeit, wie Ergebnisse der Studie „KiGGS Welle 2“ des Robert Koch-Instituts zeigen: Nach der Geburt stillen zwei Drittel (68 Prozent) ihr Kind ausschließlich, nach zwei Monaten sinkt der Anteil auf 57 Prozent, nach vier Monaten auf 40 Prozent und nach sechs Monaten sind es nur noch 13 Prozent. Doch warum entscheiden sich nicht mehr Frauen, ihr Kind länger oder überhaupt zu stillen? Aus Sicht werdender und junger Mütter spielen zwei Faktoren eine wesentliche Rolle: Es braucht verlässliche, verständliche Informationen und gute Begleitung durch Fachkräfte, die Frauen während der Stillzeit betreuen.

Mindestens ebenso wichtig ist die Unterstützung der stillenden Mütter durch ihr Umfeld. Lebenspartner, Familie, Freundeskreis, Arbeitgeber, öffentliche Institutionen und jeder Einzelne, der stillenden Müttern begegnet, können Deutschland stillfreundlicher machen. Stillenden den Rücken zu stärken, kann schon mit einfachen Gesten gelingen: einen ruhigen Platz anbieten, ein Glas Wasser bereitstellen, ein Lächeln schenken. Aber es sind auch größere Anstrengungen notwendig, damit Stillen zur Selbstverständlichkeit wird. Ein stillfreundliches Lebens- und Arbeitsumfeld, in dem Kommunen, Arbeitgeber oder Kindertagesstätten bessere Rahmenbedingungen schaffen, um Müttern das Stillen so lange zu ermöglichen, wie sie – und ihr Baby – es wünschen.

Am 7. Oktober von 17 bis 19 Uhr unter 0800 - 0 60 40 00

Ich möchte meine Frau gerne beim Stillen unterstützen, was kann ich tun? Warum soll man in den ersten Monaten nicht auch mal Wasser geben oder zufüttern? Meine Tochter ist erkältet, kann sie trotzdem weiterstillen? An wen kann ich mich wenden, wenn es mit dem Stillen nicht gut klappt? Diese und weitere Fragen beantworten folgende Experten in der Sprechzeit:

  • Prof. Dr. med. Michael Abou-Dakn; Facharzt für Geburtshilfe und Frauenheilkunde, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, St. Joseph-Krankenhaus Berlin Tempelhof, Sprecher der Nationalen Stillkommission am Max Rubner-Institut (MRI)
  • Prof. Dr. phil. Claudia Hellmers; Professorin für Hebammenwissenschaft an der Hochschule Osnabrück, Beiratsmitglied u. a. im Nationalen Zentrum Frühe Hilfen, pro familia Landesverband Niedersachsen e.V.
  • Nora Imlau; Journalistin mit Schwerpunkt Familien- und Bindungsthemen, u.a. freie Redakteurin bei ELTERN und ELTERN family, Stillbegleiterin
  • Lysann Redeker; Hebamme und Still- und Laktationsberaterin IBCLC am Klinikum St. Georg Leipzig, Beauftragte für Stillen und Ernährung des Sächsischen Hebammen-Verbands (SHV)

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