Nitratreicher Rote-Bete-Saft könnte besonders älteren Menschen zugutekommen. In einer Studie sank ihr Blutdruck innerhalb von zwei Wochen. Offenbar spielt die Mundflora dabei eine wichtige Rolle.

Bei den älteren Teilnehmern fiel der am Oberarm gemessene obere Blutdruckwert im Mittel von 134 auf 127 mmHg. Der mittlere arterielle Druck, ein aus den Blutdruckwerten berechneter Messwert, sank um durchschnittlich 4 mmHg. Bei den Jüngeren zeigte sich dieser Effekt nicht.
Im direkten Vergleich war der Blutdruck nach dem nitrathaltigen Saft allerdings nicht eindeutig niedriger als nach dem Placebo-Saft. Das schränkt die Aussagekraft des Ergebnisses ein.
An der randomisierten, doppelblinden Cross-over-Studie nahmen 39 gesunde Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren sowie 36 gesunde Erwachsene zwischen 67 und 79 Jahren teil. Sie tranken jeweils 14 Tage lang morgens und abends 70 Milliliter konzentrierten Rote-Bete-Saft: einmal nitrathaltig und einmal als nahezu nitratfreie Placebo-Variante. Zwischen den Phasen lagen jeweils zwei Wochen Pause. Die Ergebnisse veröffentlichte die Fachzeitschrift „Free Radical Biology and Medicine“.
Zungenabstriche zeigten, dass der nitrathaltige Saft die Zusammensetzung der Mundflora in beiden Altersgruppen veränderte. Bei den Älteren nahmen unter anderem Neisseria-Bakterien zu, während mehrere andere Bakteriengruppen einschließlich Prevotella abnahmen.
Gleichzeitig stieg die Nitritkonzentration im Blut deutlich an. Ein stärkerer Anstieg ging mit einer stärkeren Blutdrucksenkung einher. Zudem hing weniger Prevotella mit höheren Nitritwerten zusammen. Die veränderte Mundflora könnte daher an der Blutdruckwirkung beteiligt sein. Ob sie tatsächlich die Ursache ist, muss weiter untersucht werden.
Bakterien im Mund wandeln Nitrat aus der Nahrung zunächst in Nitrit um. Daraus kann der Körper Stickstoffmonoxid bilden. Dieser Botenstoff trägt zur Regulation der Blutgefäße und des Blutdrucks bei. Nitratreiche Alternativen zu Roter Bete sind laut den Forschern Spinat, Rucola, Fenchel, Sellerie und Grünkohl.
„Diese Studie zeigt, dass nitratreiche Lebensmittel die Mundflora so verändern, dass es zu weniger Entzündungen und einer Senkung des Blutdrucks bei älteren Menschen führen kann, “ erklärte Co-Studienautor Prof. Andy Jones von der Universität Exeter.
Seine Kollegin Prof. Anni Vanhatalo ergänzte: „Wir wissen, dass eine nitratreiche Ernährung gesundheitliche Vorteile hat und Menschen mit zunehmendem Alter weniger eigenes Stickstoffmonoxid produzieren. Ältere Erwachsene zu ermutigen, mehr nitratreiches Gemüse zu essen, könnte langfristig erhebliche gesundheitliche Vorteile haben. Die gute Nachricht ist: Wenn Sie Rote Bete nicht mögen, gibt es viele nitratreiche Alternativen wie Spinat, Rucola, Fenchel, Sellerie und Grünkohl.“
Die Ergebnisse gelten jedoch für gesunde ältere Menschen. Personen mit einem Ruheblutdruck über 140/90 mmHg oder mit Medikamenten gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen waren ausgeschlossen. Die Studie belegt daher nicht, dass Rote-Bete-Saft eine Behandlung gegen Bluthochdruck ersetzen kann. Auch eine Wirkung über zwei Wochen hinaus wurde nicht untersucht.
Quelle: DOI 10.1016/j.freeradbiomed.2025.07.002
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